Chronik der Hofstelle in Bünte Nr. 5

Die Buschmann’sche Brinksitzerstelle zu Bünte Nr. 5. Die Zeichnung zeigt die Hofstelle um 1860.

Hof Buschmann

1530

Im Syker Amtsregister von Anno 1530 findet sich noch keine Hinweise auf den späteren Hof Buschmann. Auch der Ort Bünte wird in diesem Amtsbuch noch nicht namentlich erwähnt. Als Hinweis auf Bünte findet man jedoch den Namen des größten Meyerhofes: «Wilken thor bunte». Dieser wird unter dem Nachbarort Klein Bramstedt «Lutken bramstede» aufgezählt. Andere Namen von Bünter Bauern sind hier ebenfalls aufgeführt: «Hinrick thor Winthorst», «Hinrick Oesterssen» und «Hinrick Stubbe».


1573

Aber gut 50 Jahre später sind in den Jahren 1580-1585 verschiedene fast gleichlautende Syker Amtsbücher entstanden, von denen das «Erbregister de anno 1585» als das genaueste und damit wertvollste angesehen werden kann. Aus diesem stammen die folgenden Eintragungen für den Ort Bünte (in Auszügen):

Zur Bünte:

gehören in Caspellkirche Barhsen.

Zehenden:

geben Sie an das Haus Sieck und auch etzlichen nach Barhsen.

Holtzung:

gehören auf die Westermark.

Gemeine Weide:

im Karnbruch undt auf der Heide.

Dienste:

werden all an das Haus Sieck getan.

Siecksche Meyer:

Johan Meyer – Halbspenner

Schwer zur Bünte – Halbspenner

Albert zur Bünte – Köter

Heinrich Windthorst – Köter

Heinrich Otersen – Brinksitzer

Heinrich Stubbe – Brinksitzer

Johan Nüstede

Der hier letztgenannte Johan Nüstede ist der Gründer und Erbauer des späteren Hofes Buschmann in Bünte. Bemerkenswert ist, dass in der listenmäßigen Aufzählung der Bünter Höfe nach den drei Höfeklassen Halbspenner (Halbmeyer), Köter und Brinksitzer, der Hof Nüstede nicht eingereiht, sondern ohne Nennung der Zugehörigkeit zu einer dieser drei Gruppen an den Schluss der Liste gesetzt wurde. Man könnte annehmen, dass dieser Hof noch in der Gründung begriffen und noch nicht genügend fundiert und vielleicht im Genuss der «Freijahre» noch keiner Gruppe beigefügt war. Die Zugehörigkeit zu einer dieser Gruppen zog ja viele Pflichten, Abgaben und Lasten an das «Haus Sieck» nach sich. Die Amtsbücher und Erbregister wurden zu damaliger Zeit nur zum Zweck der Festlegung und schriftlichen Dokumentierung der Abgaben, Pflichten und Lasten angelegt.

Allerdings scheint es in diesem Falle doch etwas anders gewesen zu sein. Die Form und der Inhalt der weiteren Hofbeschreibung deuten darauf hin, dass Johan Nüstede dem Amte Syke eine wertvolle Persönlichkeit, ein Kenner seines Faches – nämlich der Forstwirtschaft – gewesen ist. Man war daran interessiert ihn in der Nähe der Syker Forst «Westermark» sesshaft zu machen, mit besonderen Rechten auszustatten und bei der Gründung einer Hofstelle in Bünte behilflich zu sein.

Und so wurde ihm in den Jahren 1573 und 1574 ein «geringer Ort aus der Gemeinheit vor dem Karrenbruch» übergeben, d.h. Flächen, die eigentlich nur den anderen sechs Bünter Bauern zur gemeinschaftlichen Nutzung gehörten. Aber dem Vorhaben der Syker Beamten mussten sie sich wohl oder übel beugen und stillschweigend alles geschehen lassen. Noch war ja auch genügend Fläche für die Gründung einer Hofstelle vorhanden, die damals noch unkultivierten Heide-, Bruch- und Moorflächen wurden von den Bauern nicht umfassend bewirtschaftet.

Das Erbregister, welches unter der Signatur: Han 74 Amt Syke A VII im Staatsarchiv Hannover deponiert ist, gibt zu diesem Geschehen nähere Auskunft:

Johan Nüstede. Diesem haben vermöge Johan Koch Amptmanns sel. berechneten Hauptregisteren de anno 1573 ad 1574 die Grafen zur Hoya wohlseligen gedechtnis einen geringen ort aus der gemeinheit für dem Karrenbruch durch Hans Arens Burgvogt ausweisen lassen, welchen Er derzumahl beweinkauft mit einem thaler, hat darauf gebawet, ist sein lebelang Holtzknecht am Hause Sieck gewesen, wie annoch sein Sohn gleichfals Johan Nustehde geheihsen, undt mit Vater und Sohn bey der Westermark mit Zupflanzen undt guther aufsicht des Holtzes, sondern Fleihs angewandt ist Ihm durch die Beamten erlaubt, umb das Haus etzliche Heister zu setzen, wie dan auch Ihm vom Drosten Frantz Trampen sel. ist befohlen worden, den dabey wachsenden Busch mit Fleihs aufzuhegen auch zuzumachen von seinem behause an der einen undt seine schewere an der anderen Seite, bihs auf das grentzbach, gibt Jährlich davon an das Haus Sieck 6 gr. Wiesen Zins, Item von anderen erlaubten undt aus der gemeinheit genommenen länderen Rotzins 22 gr. 2 Hbt. Rogken 4 Hbt. Habern undt 1 Thlr. Zu Burgfest undt Herrndienst, Otem 2 Hbt. Rogken an die Schule zu Bramstedte.

Durch diese Urkunde und die Geschichte dieses schönen Hofes, der Buschmann’sche Brinksitzerstelle Bünte Nr. 5, wird deutlich, wie Brinksitzerstellen im Laufe des sechzehnten Jahrhunderts in unserer Gegend entstanden. Bis 1573 reicht also auf diesem Hof der Stammbaum einwandfrei zurück.


1575

Der Sohn von Johan Nüstede hieß ebenfalls Johan Nüstede (d. Jüngere) und wurde 1575 in Bünte geboren. Er war ebenfalls Holzknecht des Amtes Syke und Anbauer in Bünte. Er starb 1655 in Bünte.


1618

Der Sohn von Johan Nüstede auf der Hofstelle war nicht mehr Holzknecht, sondern bereits Holzvoigt. Er hieß Jürgen Nüstede und wurde 1618 geboren. Er heiratete Gertrud Meyer (1620) und hatte 8 Kinder:

  1. Cathrine Sophie, sie heiratete am 21. 6. 1660 Hinrich Lüdeken Langen, Henstedt.
  2. Anna Dorothee, sie heiratete am 17. 6. 1662 Conrad Rodecurt, Nordwohlde.
  3. Johan Friedrich, geboren 1645, der spätere Hofbesitzer.
  4. Maria, sie heirate am 23. 4. 1667 Jacob Schumacher, Bad Münder.
  5. Getrud Mette, sie heirate am 15. 6. 1668 Franz Ehrich Schultze, Bad Münder.
  6. Gesche, sie starb am 21. 4. 1676 im Alter von 21 Jahren.
  7. Eva Margaretae, sie heiratete am 24. 1. 1678 Jürgen Stöver, Bünte.
  8. Jürgen, geboren am 19. 5. 1661.

Auffallend ist, wie diese Familie sich weiter entwickelte und in andere gesellschaftliche Schichten hineinheiratete. Anna Dorothee Nüstede wurde am 10. 6. 1662 die Frau des Pastoren zu Nordwohlde Conrad Rodecurt. Eine andere Schwester Maria heiratete am 23. 4. 1667 den Bürger zu Münder am Deister Jacob Schumacher. Johan Nüstede starb 1676 und wurde am 21. 4. in Bassum begraben.


1645

Johan Friedrich Nüstede war als Brinksitzer der Nachfolger von Johan Nüstede. Er heiratete Lisa – der Mädchenname fehlt. Die Ehe hatte 4 Kinder:

  1. Jürgen, geboren im Oktober 1672. Der spätere Hofbesitzer.
  2. Gertrud Margareta, geboren ebenfalls im Oktober 1672 als Zwillingsschwester von Jürgen.
  3. Cathrine Marie, geboren am 1. 1. 1679.
  4. Johan Friedrich, geboren im März 1680, gestorben am 15. 10. 1704 im Alter von 24 Jahren.

Johan Friedrich Nüstede starb schon früh am 29. 8. 1679 im Alter von 34 Jahren. Seine Frau Lisa heiratete am 5. 7. 1681 in zweiter Ehe den Bürgermeister von Loge, Pastorensohn Conrad Heitmüller. Auch hier ist wieder die Heirat in eine andere Schicht bemerkenswert.


1680

Ein Erbregister des Kirchspiels Nordwohlde von Anno 1680 ist sehr aussagekräftig und bringt auch für Bünte und seine Höfe weitere Klärungen. Die bäuerlichen Verhältnisse hatten sich in den letzten 100 Jahren vielfältig geändert. Nicht übersehen werden darf hierbei, dass die kaum überwundenen Jahres des 30-jährigen Krieges und ihre Folgen auch für unsere Heimat viele negative Auswirkungen hatten. Die Bauern waren mehr und mehr verschuldet, betroffen waren besonders die größeren Höfen. Der jahrelange Krieg und die zahlreichen feindlichen Truppendurchzüge und die damit einhergehenden Brandschatzungen hatten zu einem fortwährenden Aderlass der Bauern geführt. Und wie verschieden diese Verhältnisse innerhalb der zuständigen sieben Kirchspiele des gesamten Amtes Sykes gewesen sind, beweisen die entsprechenden Erbregister der achtziger Jahre des 17. Jahrhunderts.

Das Erbregister verzeichnet für Bünte, wie auch schon im Jahre 1585 sieben Hofstellen. Hier ist auch eine komplette Hofbeschreibung für den späteren Hof Buschmann zu finden.

Bünthe:

Amts Halbmeyer Johan Stöver

Amts Halbmeyer Carsten Meyer

Amts Köter Johann Büntemeyer

Amts Köter Albert Windhorst Seel.

Amts Brinksitzer Eler Windhorst

Amts Brinksitzer Friedrich Oterhsen

 

Amts Köter Johan Friedrich Nüsteden Witwe

Colonus Seel. Ist daselbst von der Stedte bürtig gewesen, undt hat gefriehen Cathtrinen Crantzen, Seel. Majeur Otto Crantzen Tochter, welcher dero Zeit in Königl. Danisch Diensten in Holstein sich aufgehalten, sein von freyer abkunft.

Gebäuwte:

Wohnhaus ist von 5 fach – noch ziemlich

Scheuwere bey dem Hause 4 fach – noch gut

Scheuwere bey Högenhausen 2 fach – noch gut

Backhaus bey dem Hause 2 fach – noch in esse

Schafstall bey dem Hause 3 fach – noch gut

Noch einen bey der Heyde 3 fach – noch gut

1 Gebäude von 2 fach, worin eine Ölmühle

Garten:

Einer ist am Hause belegen von 3 Hbt. Einfall

Noch über der Straße einen Garten von 4 Hbt.

Länderey:

Gibt daraus Zehendten wie infra specificiret

St. Länderey Zehent
M. Hbt. sp.
1 Im Bramstedter Felde von Grupen stedten gekauft ist Zehent nach Barhsen 1
3 Krohekamp – Bey Grupen Flakenkamp, von derselben Stedt erkauft – Barhsen Zehent 3 3
2 Dangest, sein von Lüdeke Boyken Stette gekauft – Barhsen Zeh 2 3
2 Auf dem Oberkampe von Cord Peters Stedte gekauft – Barhsen Zeh 4
1 Hinter dem Busche von demselben erkauft – Bahrsen Zeh 1
7 Von Gerdt Klocken Stedte gekauft – Barhsen Zeh. 8 3
3 Im langen Brahm von Buts Stedte gekauft – Barhsen Zeh. 4
1 Auf dem Bultenkopfe – Barhsen Zeh. 2 1

N.B. Auf obige Länderey welche von Kloke, Boyken und Buts Stetde erhandelt, ist eine confirmation von Hertzog Philipp Sigismund Hochseel. Andenkens, daß solche von Nüsteden Erben sollen besehsen undt genoßen werden so lange biß denen selben die darauf ausgezahlten Gelder vollig wieder erlegt und bezahlet.

Sub dato Iburg d. 26. May Anno 1628

Übriges Land ist in Kämpen und bihsher Zehendtfrey

8 Im Closter Campe 7 1
16 Im Großen Kampe 1 6
14 Im Kampe bey dem Bramstedter Felde 1 1 1
7 Im kleinen Kampe 5 1
15 Im neuen Kampe 1 8 ½
8 Im Kampe vor dem Hause 9 2
6 Im Brammer Kampe 7 3
1 Der Töhenbruchs Kampe 1 2
Summa 10 3
Wiesen:
Zu diesem Erbe gehöret eine wiese bey Högenhausen von Fuder
Die mittlere Wiese von Fuder
Noch bey dem Hause die große Wiese von Fuder
Dabey die kleine Wiese von ½ Fuder
Der Meyer Ohrt genandt 1 Fuder
Summa 11 Fud.fac
Höltzung:

In privato gehören hinzu einige Sprangbäume umb das Haus und ein kleiner Eichenbusch ohnweit davon, welche aber unfruchtbahr undt nur zu etimiren etwa auf 5 od 6 schweins Masten.

In communi gehöret dieses Erbe mit auf die Westermark wie andere Benachbahrten.

Weichgehöltz:

Hinter der großen Wiese ist ein Ellerbruch, worinnen zum Hauwen dieses Erbe allein, zur weyde aber die benachbahrten mit gehören. An Johan Nüstedten ehemals erblich geschenkt von Henrich und Lüdeken Meyer Laut darüber errichteten Schreiben unter der Hand und Siegel Burchard Finger Pastoris zu Nordwohlde und Theophili von Wirdar Schulmeister in Sieke de Anno 1699 (od 15.99?) d. 24. Junii.

Fewerung:

In privato hat dieses Erbe ein Mohr bey Ristedten undt Warwe belegen, worin zur Nothurft Torf gegraben wird undt ist solches vohrmals von den Bauerschaft Ristedt, Sörhausen und Warwe.

Johan Nüstedten, Holtz-Vogte des A. Sieke, aus ihrem gemeinen Mohre angewiesen und erblich eingeräumet worden, gibt hieraus ans Ambt 1 Hbt. Torfhabern.

Zu übriger Algemeinen Gerechtigkeit in Heyden und Weyden etc. gehöret diese Erbe mit seine exceptione.

Schäferey:

Vidua hatte jetzo noch 40 St.

Vieh:
Pferde 3
Kühe 6
Rinder 4
Schweine 9
Ist noch schuldig:

1024 Rthlr.    32 mg.

Bey der stedte seyn noch 2 des Seel. Mans Brüder. Welche noch müssen davon abgefunden werden.

Dieses Erbe gibt Jährl. dem Amt Sieke

Zinskorn 2 Hbt. Rogken
Rottzins 22 Groten
Wischzins 4

Vermöge Hertzog Philip Sigismund Hoochseel. Andenkens ertheilten Verschreibung de Anno 1610 d. 22. Nov.

Dienste sein von dieser Stedten würklich noch nihmahls geschehen, sondern es ist bisher dafür nebst den Burgvesten Jährl. dem Ambte errichtet 1 Rthlr. Laut vorerwähnten Begnadigungs-Schreiben de dato 22. Nov. Anno 1610 sub manu et sigillo Reverend. mi.

Und confirmation Weyland Hertzog Friedrich Ulrichs Hochseel. Gedechtnos de dato Wolfenbüttel d. 5. November Anno 1621. Die Jagten, Wachten, Landfolgen und übrige Herschaftliche realia seien ebenfals noch niehmals von diesem Erbe geschehen, sondern vorige Coloni sein jeder Zeit wegen Ambtsbedienungen oder Begnadigungen der Hohen Obrigkeit davon befreyet gewesen.Contribution und Viehschatz ist gleichfals bisher von dieser Stette nicht gegeben.N.B. gibt jetzo die Contribution (spätere Einfügung). Der Weinkauf von der Stedte wird dem Ambte entrichtet, so oft dieselbe wird angenommen.

Frembde Pacht:

Aus einem Kampe auf der Bramstedter Feldmark ist vormals der Zehendte dem Closter Heiligenroda gegeben, worauf aber herrnach -9 Grote Zins Jährl. gesetzet. Laut producirte contracty  mit der Abtey Siegel bedrücket, undt Cathrin Nagels Dominae, und Aphen Unverzagt, Ambtmanns unterschrift sub dato

Heiligenrode d. 9 Nov. 1613

Wegen eines aus der Gemeinen Heyde angewiesenen Kampes der Schule zu Bramstedt Jährl. 2.Hbt Rogken.

Laut consens und confirmation weyland Hertzog Philip Sigismund Hochseel. Andenkens sub. Dato

Iburg, d. 26 May Anno 1620

Dem Pastori und Custodi zu Barhsen wird Jährl. gebräuchliches opfer undt pflicht entrichtet.

 

Diese Beschreibung ist doch sehr umfassend und vielsagend; und für eine Geschichte des Bauerntums im Amte Syke und darüber hinaus für die gesamte Bauerntumsforschung ist sie als eine wertvolle Fundgrube zu sehen.


1691

Der nach dem Großvater Jürgen genannte 1672 geborene Sohn Jürgen Nüstede wurde am 11. 11. 1700 durch Heirat mit der Witwe Dieffenbrock Bürger in Bremen. Er überließ die väterliche Stelle seiner Schwester Gertrud Margrethe Nüstede, die am 3. 8. 1691 Otto Bollmann, geb. 1660 in Riede-Rathswiehe, in Bassum heiratete. Aus dieser Ehe erwuchsen vier Töchter:

  1. Ahlke, geboren am 21. 6. 1693
  2. Cathrine Dorothee, sie heiratete am 21. 1. 1714 Harm Hoffmeyer, Röllinghausen.
  3. Ilse Sophie, geboren am 25. 4. 1697. Die Hoferbin.
  4. Margrethe, geboren am 7. 7. 1700, gestorben am 9. 7 .1700.
  5. Hinrich, geboren am 7. 7. 1700, gestorben am 9. 7. 1700.
  6. Chr. Hinrich, geboren am 6. 11. 1701, gestorben am 14. 4. 1706.
  7. Johan Friedrich, geboren am 2. 3. 1704, gestorben am 6. 10. 1704.
  8. Gesche Marieke, geboren am 6. 12. 1705, gestorben am 22. 4. 1706.
  9. Gertrud Mette, geboren am 8. 5. 1707. Sie heiratete am 16. 11. 1724 Carsten Brüning, Süstedt.
  10. Gretje, geboren am 13. 9. 1711, gestorben am 19. 2. 1718.
  11. Anna Marie, geboren 1715, gestorben am 2. 4. 1717.

Otto Bollmann starb am 10. 12. 1732 in Bünte, seine Frau Margrethe folge ihm am 1. 9. 1739 in den Tod.


1722

Die Tochter Ilse Sophie Bollmann war die Hoferbin und heiratete am 19. 11. 1722 in der Stiftskirche zu Bassum den 1701 in Nienstedt bei Syke geborenen Richard Heinrich Meyer.

  1. Becke Margrethe, geboren am 29. 2. 1728. Sie heiratete am 4. 11. 1751 Johan Gerd Spradau, Borstel.
  2. Otto Hinrich, geboren am 27. 4. 1731 und gestorben am 20. 9. 1732
  3. Johann Friedrich, geboren am 28. 6. 1733, der spätere Hoferbe.

Richard Heinrich Meyer starb am 18.4.1742 in Bünte, seine Frau Ilse Sophie am 30.6.1739.


1733

Der am 28. 8. 1733 in Bünte geborene Sohn Johann Friedrich Meyer – genannt Bollmann – holte sich als Frau die 1734 zu Borstel geborene Adelheid Borstelmann. DIe Heirat fand am 5. 11. 1751 statt. Da diese Ehe kinderlos blieb, vermachte das Ehepaar den Hof der Schwester der Frau, Gesche Borstelmann, die am 19. 10. 1743 den Vollmeier zu Brinkum Hinrich Buschmann ehelichte. Der Sohn von Hinrich Buschmann, Cord Hilmer, geb. 1745 in Brinkum, verheiratet seit 1779 mit Anne Catherine Wulfhoop zu Wulfhoop, überließ aber den Bünter Hof, nachdem die Erblasser 1807 resp. 1808 verstorben waren, ihren noch zu Brinkum am 13. 12. 1785 geborenen Sohn Arend Hinrich Buschmann.


1785

Der Stammvater der Familie Buschmann – Bünte war damit Arend Hinrich Buschmann, geb. 13. 12. 1785 auf dem Bussenhof in Brinkum als Sohn von Cord Hilm Buschmann und seiner Frau Catharine Wulfhoops. Durch Erbschaft wurde er Besitzer des Hofes in Bünte und damit der Stammvater der Linie Buschmann – Bünte.

Der Erblasser des Hofes war Johann Friedrich Meyer-Bollmann, der mit Adelheid Borstelmann von Borstel, der Schwester von Arend Hinrichs Großmutter, verheiratet war. Diese Ehe war kinderlos, und nach dem am 9. 7. 1807 erfolgten Tode des Ehemanns wird Arend Hinrich nach Bünte gekommen sein, um dann – nachdem auch Frau Bollmann im nächsten Jahre verstarb – den Hof als Erbe zu übernehmen. Der Hof hatte früher wenig Acker, aber viel Waldbesitz und war deshalb nur als Brinksitzerstelle bewertet.

Der Wechsel von Brinkum nach Bünte wird Arend Hinrich, besonders wohl auch seinen Eltern, sehr willkommen gewesen sein. Brinkum liegt an der Hauptstraße zwischen dem Niederrhein und Hamburg vor den Toren Bremens. Es hatte besonders schlimm unter der Franzosenherrschaft von 1804 bis zum Sturze Napoleons zu leiden. Brinkum war während dieser Zeit selten ohne feindliche Truppen. Die jungen Männer, die nicht zum Heeresdienst eingezogen wurden, mussten Hand- und Spanndienste leisten zum Neubau und zur Verbesserung der Heerstraßen. In dem abseits vom Verkehr liegenden Bünte ist Arend Hinrich von dieser Fronarbeit verschont geblieben. Es ist mehrfach vorgekommen, dass Brinkumer Bauernsöhne Zuflucht auf dem Bünter Hof vor den Schergen Napoleons gesucht und gefunden haben.

Mit frischer Kraft ist Arend Hinrich dann an die Verbesserung des ererbten Hofes herangegangen und hat die alten Wohn- und Wirtschaftsgebäude nach und nach durch schmucke Neubauten ersetzt.

Gar bald sah er sich auch unter den Töchtern des Landes nach einer Lebensgefährtin um. Seine Wahl fiel auf Rebecke Marie Kolloge, die am 17. 10. 1792 in Kolloge bei Bassum geboren wurde. Es wird der Rebecke Marie, der Tochter des großen Kolloger Bauern, wohl nicht so leicht geworden sein, die Zustimmung der Eltern zu der Heirat mit dem Köthner Arend Hinrich Buschmann zu bekommen. Die Energie, die später Frau Rebecke Marie häufig Gelegenheit hatte zu zeigen, und die ihr nachgerühmt wird, mag sie schon als 18jährige Tochter des Kolloger Bauern gezeigt haben, um ihren Arend Hinrich zu bekommen. Sie soll zwar, wenn sie mit ihm geneckt wurde, diese Neckerei abwehrend, gesagt haben: „Keene veer Peer treckt mi nao der Bünte.“ Und sie hat Recht behalten: Arend Hinrich hat sie mit zwei Pferden abgeholt.

Über die Ehe ist folgende Trauungsurkunde ausgestellt worden:

 

* * *

Trauungsurkunde
von
Arend Hinrich Buschmann und Rebecke Marie Colloge
im Jahre 1810.

Im Jahre 1810 den 20. Oktober nachmittags 2 Uhr in Gegenwart und mit ausdrücklicher mündlich erklärter Einwilligung der Mutter des Bräutigams wie der Eltern der Braut, da der Vater des Bräutigams bereits verstorben, sind vor mir, dem Prediger und Zivilstandesbeamten des Kirchspiels Bascum, Heinrich Wilhelm Nöldeke, erschienen:

Einerseits Arend Hinrich Buschmann, 24 Jahre 10 Monate 7 Tage alt, Besitzer einer Köthnerstelle in Bünte Canton Bascum, minderjähriger
Sohn des Weiland Cord Hilm Buschmann, Vollmeier zu Brinkum Canton Alt-Syke des Departements Nord und der Ehefrau desselben Anne Catharine Wulfhoop, welche noch am Leben, und

andererseits Rebecke Marie Collage, 18 Jahre und 13 Tage alt, minderjährige Tochter von Johann Kolloge, Besitzer einer zur Dorfschaft Schorlingbostel im Canton Bascum gehörigen Vollmeierstelle und der
Ehefrau desselben Anne Ilse Knake. Die Erschienenen haben mich
gebeten, zur Abschließung der zwischen ihnen verabredeten Ehe zu schreiten. Dem zufolge habe ich mit lauter und vernehmlicher Stimme verlesen:

  1. Die Geburtsurkunde des Bräutigams, nach welcher derselbe am 13. 12. 1785 in Brinkum geboren worden, aufgenommen am 4. Oktober aus dem Kirchen-Buche zu Brinkum von Herrn Pastor Ewers daselbst.
  2. Die heute von Herrn Pastor Pieper hierselbst aufgenommene Urkunde, nach welcher die Braut am 7. Oktober 1792 zu Schorlingborstel geboren worden.
  3. Die aus dem Kirchenbuche zu Brinkum von Herrn Pastor Ewers daselbst gegebene Bescheinigung, daß der Vater des Bräutigams am 11. Juni 1793 zu Brinkum verstorben ist.
  4. u. 5. Die am 1. u. 2. Sonntag des Oktober in hiesiger Gemeinde und am letzten Sonntag des September und am ersten Sonntag des Oktober in Brinkum erfolgten Aufgebote.

Auszüge sind daraus an beiden Orten binnen der gesetzlichen Frist an die Kirchentüren angeheftet worden, und ist in beiden Gemeinden gegen die Ehe durchaus kein Einspruch erfolgt. Nachdem ich nun die Dokumente, welche ich nebst den Kontrahenten mit einem Handzuge versehen und der gegenwärtigen Urkunde beigefügt, im gleichen die Worte des Kapitels von der Ehe vorgelesen habe, so habe ich, nachdem die Contrahenten erklärt, daß sie in Gütergemeinschaft leben wollen, selbige jeder für sich gefragt, ob sie sich gegenseitig zu Ehegatten nehmen wollen und nachdem sie gleichfalls jeder für sich diese Frage mit einem deutlichen „Ja!“ beantwortet, habe ich im Namen des Gesetzes den Ausspruch gethan, daß Sie Arend Hinrich Buschmann und Rebecke Marie Kolloge durch die Ehe vereinigt seien.

Als Zeugen dieser ganzen Verhandlung waren zugegen auf Seiten des Bräutigams der Bruder Heinrich Buschmann, 30 Jahre alt, Vollmeier zu Brinkum und Heinrich Friedrich Höft, Bürger und Lohgarnspinner zu Baskum. Auf Seiten der Braut aber deren Schwager Johann Heinrich
Ahrens, Halbmeier zu Nienhaus, Canton Baskum, 20 Jahre 3 Monate alt und deren Bruder Johann Conrad Kolloge, 27 Jahre alt. Hierüber habe ich gegenwärtige Urkunde aufgenommen, selbige in die doppelten Register eingetragen, deutlich vorgelesen und darauf nebst den Contrahenten, der Mutter des Bräutigams, dem Vater der Braut, ihre Mutter ist des Schreibens unkundig, und den vier Zeugen unterschrieben im Jahre und am Tage wie zuvor.

Arend Hinrich Buschmann
Rebecke Marie Colloge
Anna Catharine Buschmann
Johann Colloge
Heinrich Buschmann
Heinrich Friedrich Höft
Johann Heinrich Ahrens
Johann Conrad Colloge

* * *

 

Was ist, o Gott, der Mensch vor Dir,
Daß Du so seiner denkst!
Herr aller Welten, was haben wir,
Wenn Du es uns nicht schenkst.
Gott Vater, gib durch Deine Treu
Was uns und unseren Nachkommen nützlich sei.

 

Die Zeit, als die Hochzeit stattfand, stand unser Vaterland unter der Knute Napoleons I. Aber das Gottvertrauen, dass unseren Urahn beseelte und das er in der Inschrift vor seinem neuen Hause zum Ausdruck brachte, soll auch uns nicht verlassen. Der Spruch, oder man kann sagen das Gebet lautet:

Die Ehe war eine sehr glückliche. Ihr sind 10 Kinder entsprossen, 2 Söhne und 8 Töchter, von denen jedoch die drittjüngste, Henriette Wilhelmine, als 2 Monate altes Kind verstarb. Die 7 Töchter mussten außergewöhnlich schön und tüchtig gewesen sein. Und trotzdem ist es zu verwundern, dass sie, die auf dem kleinen, abseits gelegenen Bauernhof aufwuchsen, so weit verstreut ihre Männer gefunden haben, die sich alle in sehr geachteter Stellung befanden.

Die 10 Kinder sind folgende:

  1. Catharine, geb. 8. 3. 1812, verh. mit Scholvin-Westerwisch
  2. Johann, geb. 29. 1. 1814, der Hoferbe
  3. Cord Hilmer, geb. 4. 3. 1816, wanderte aus nach Vereinigte Staaten
  4. Anna Adelheid, geb. 5. 7. 1818, verh. mit Hotelbesitzer Meyerholz-Thedinghausen
  5. Gesine Dorothe, geb. 6. 5. 1821, verh. mit Hofbesitzer Romundt-Freiburg/Elbe
  6. Sophie Marie, geb. 29. 7. 1823, verh. mit Puvogel-Grinden
  7. Marie Margarethe, geb. 22. 2. 1825, verh. mit Schlachtermstr. Hafers-Bremen
  8. Henriette Wilhelmine, geb. 13. 9. 1827, starb 2 Monate alt
  9. Anna Margarethe, geb. 15. 8. 1823, verh. mit Hofbeamten Corssen-Oldenburg
  10. Anna Rebeke, geb. 30. 4. 1830, verh. mit Gutsbesitzer Pape-Adelhorn

Arend Hinrich wird vom elterlichen Hof in Brinkum, vielleicht auch vom Bünter Hof, eine gute Erbschaft in barem Geld erhalten haben, auch hat er fraglos gut gewirtschaftet. Diese drei Faktoren haben ihn in den Stand gesetzt, seinen 7 Töchtern außer der üblichen Aussteuer jeder eine Mitgift von 2000 Thaler Gold zu geben. Sein Sohn Cord Hilmer, der nach Nordamerika auswanderte, wird mindestens dieselbe Aussteuer erhalten haben; und sein Sohn Johann, der Hoferbe, hat den Hof bestimmt ohne Schuldenlast übernommen. Das war eine gewaltige Leistung für den damals kleinen Geesthof. Man muss dabei die geringen Werte der landwirtschaftlichen Produkte und auch des Landes selbst berücksichtigen. Über die Mitgift der Töchter hat sich der vorsichtige Arend Hinrich von jedem Schwiegersohn eine Quittung ausstellen lassen, die jetzt noch in Bünte aufbewahrt werden.


1814

Johann Buschmann (1814) mit Ehefrau und Kindern

Der Hoferbe und Stammhalter der Familie war Johann Buschmann, geb. 29. 1. 1814.

Er heiratete am 15. 12. 1843 die Witwe Rebeke Margarete Wichmann in Feine bei Brinkum. Sie war die Tochter des Vollmeiers Meyer-Gödestorf, wo sie am 5. 6. 1819 geboren wurde. Ihr erster Mann, der Bauer Wichmann in Feine, war früh verstorben. Johann Buschmann zog nach Feine und bewirtschaftete den Wichmannschen Hof als Interimswirt, bis die Tochter seiner Frau aus erster Ehe großjährig geworden war und den Mühlenbesitzer Steffens aus Heiligenrode geheiratet hatte. So kommt es, dass die vier folgenden Kinder in Feine und nicht in Bünte geboren wurden:

  1. Cord Heinrich, geb. 22. 11. 1847 in Feine, der Hoferbe von Bünte
  2. Anna Adelheid Marie, geb. 27. 3. 1850 in Feine, verheiratet mit Lohmann, Brinkum
  3. Johann Heinrich, geb. 13. 1. 1853 in Feine, Besitzer von Buschmanns Hotel in Bassum
  4. Wilhelm, geb. 17. 7. 1857 in Feine, Bauer in Bramstedt

Den Bünter Hof bewirtschaftete, während Johann in Feine war, nach wie vor Arend Hinrich bis zu seinem am 4. 8. 1865 erfolgten Tode. Seine Lebensgefährtin war ihm am 18. 10. 1862 im Tode vorangegangen. Um die Zeit wird Johann Buschmann den Hof in Feine verlassen haben und nach Bünte übergesiedelt sein, zumal seine Frau bereits am 6. 4. 1858, ein Jahr nach der Geburt ihres Sohnes Wilhelm, verstorben war. Johann Buschmann starb in Bünte am 26. 3. 1870.


1847

Cord Heinrich Buschmann (1847)

Den Hof übernahm dann sein ältester Sohn Cord Heinrich Buschmann in einer sehr ernsten Lage. Seine Schwester Anna war allerdings erst 20 Jahre, hätte ihm, dem Dreiundzwanzigjährigen, aber doch eine gute Hilfe im Haushalt sein können.

Margarete Buschmann (1855)

Aber sie war verlobt mit dem Bauern Hinrich Lohmann in Brinkum. Die Hochzeit fand im Mai desselben Jahres statt. Anna nahm zwar ihren jüngsten Bruder, den zwölfjährigen Wilhelm, der doch noch sehr der schwesterlichen Betreuung bedurfte, mit nach Brinkum.

Schwer lastete die Sorge auf dem jungen Bünter Bauern, der den Hof mit seinem 17jährigen Bruder Johann bewirtschaftete. Die Sorge wurde noch größer, als kurze Zeit darauf der deutsch-französische Krieg ausbrach und Cord Heinrich zur Fahne eingezogen wurde. Die ganze Last blieb auf dem 17jährigen Johann hängen. Mit unverdrossenem Mut hat er den Hof bewirtschaftet, bis sein Bruder aus dem Felde zurückkehrte. Nachdem die Unruhe, die jeder Krieg mit sich bringt, überwunden war, heiratete Cord Heinrich die Tochter des Bauern Nordmann in Stütelberg, Anne. Dor. Margarete Nordmann, geb. 14. 10. 1855, die auch Erbin des Hofes war, der in der Nachbarschaft von Bünte liegt. Die Hochzeit fand am 2. 4. 1875 statt. Der Ehe sind folgende drei Kinder entsprossen:

  1. Johann, geb. 4. 6. 1879, er wurde der Hoferbe
  2. Anna, geb. 20. 11. 1883, sie heiratete den Bauern Hinrich Reinecke in Nienstedt
  3. Heinrich, geb. 27. 7. 1889, er wurde der Erbe des mütterlichen Hofes in Stütelberg
Johann Buschmann (1879)
Anna Buschmann (1883)
Heinrich Buschmann (1889)

1879

Johann Buschmann in Cöln-Kalk 1914

Johann Buschmann übernahm den väterlichen Hof, nachdem sein Vater am 23. 1. 1907 verstorben war. Er heiratete am 26. 9. 1911 die Tochter des Bauern Bruns in Bramstedt, Marie Bruns, geb. 11. 2. 1887.

Marie und Johann Buschmann

Ein ähnliches Schicksal wie seinen Vater traf auch ihn. Kurze Zeit nachdem er den Hof übernommen hatte, brach der Erste Weltkrieg aus und Johann wurde sofort zum Heeresdienst eingezogen. Schon bald ereilte ihn das traurige Soldatenlos. Er fiel am 18. 9. 1915 in Rußland. Kurze Zeit vorher hatte er noch die Freude, seinen Sohn und Stammhalter Heinz zu sehen, der am 2. 12. 1914 geboren wurde.

Frau Marie hat sich von dem Schicksalsschlag aber nicht unterkriegen lassen. Mit Mut und Geschick hat sie die Verwaltung des Hofes in die Hand genommen, unterstützt von ihren Brüdern und von ihrer Schwiegermutter Margarete geb. Nordmann, die am 6. 5. 1938 in Stütelberg nach arbeitsreichem Leben verstarb.

Marie Buschmann (1887)

Frau Marie hat den Hof auf eine vorbildliche Höhe gebracht. Auch der Zweite Weltkrieg, der mit noch größerer Grausamkeit geführt wurde, hat ihr unsagbare schwere Tage und Nächte gebracht.

Heinz Buschmann (1914)

Aber sie ist nicht verzagt. Unentwegt hat sie ihre schwere Pflicht getan. Und dies war für sie eine große Befriedigung, als sie den Hof ihrem Sohn Heinz übergeben konnte.


1914

Heinz Buschmann

Heinz Buschmann ist als einziger Sohn Stammhalter der Famile Buschmann in Bünte. Er sollte eine gute Ausbildung haben und kam als 13jähriger ins Internat nach Hermansburg. Dort machte er die Sekundärreife. Anschließend kam er zu seinem Onkel Johann Bruns nach Ochtmanien bei dem er die landwirtschaftliche Lehre absolvierte. Nun war er auch ein guter Reiter und ein Pferdeliebhaber geworden. In den Jahren 1936-37 absolvierte er noch seinen Wehrdienst.

Frida Buschmann

1937 konnte er endlich den Hof übernehmen und seine Mutter entlasten. Es folgten ein paar schöne Jahre bis der Zweite Weltkrieg 1939 ausbrach. Heinz Buschmann wurde gleich am ersten Tag eingezogen und machte den Polenfeldzug mit, kam dann aber von der Front zurück, da sein Vater im Ersten Weltkrieg gefallen war. Er wurde in den Westen versetzt, kam dann später nach Hamburg. Von hier aus konnte er seiner Mutter zur Seite stehen und helfen.

Am 21. März 1944 verlobte er sich um dann im nächsten Jahr zu heiraten. Seine Braut war Frida Barking, Tochter des Bauern Ludwig Barking aus Aldorf bei Barnstorf und dessen Ehefrau Luise Barking geb. Haslau.

Hochzeit Frieda und Heinz Buschmann

Der Krieg ging weiter und so mußte auch Heinz wieder zurück an die Front. Er kam nach Minsk und danach im Dezember 1944 nach Ungarn an die Front als Panzerfahrer. Ende Januar 1945 wurde Heinz durch Splitter im Arm und Bein verwundet. Der Arm war später lahm und mit viel Glück kam er ins Lazarett nach Passau in die späterer amerikanische Besatzungszone. Ende 1945 holte Frida ihren Mann mit Walter Bruns aus Passau ab. Es war ein glückliches Wiedersehen. Heinz war noch lange in ärztlicher Behandlung.

Anke, Enno und Hilmer (1953)

Am 9. Juli 1946 konnte dann endlich, noch in der schlimmen Nachkriegszeit, geheiratet werden und es folgten schöne Jahre. Es wurden 3 Kinder geboren:

  1. Anke, geb. 9. 7. 1947
  2. Hilmer, geb. 15. 2. 1949, der Hoferbe
  3. Enno, geb. 6. 12. 1952

1986 bekam Heinz Buschmann ein Nierenleiden und kam 1989 an die Dialyse. Er verstarb am 26. Januar 1992.


1937

Der Bassumer Anzeiger schrieb am 6. Oktober 1937:

Familientag der Buschmanns

Stammhof noch im Familienbesitz. – Mehr als 100 Teilnehmer aus ganz Deutschland anwesend

Am Sonntag, dem 3. Oktober, fand in Buschmanns Hotel in Bassum eine Familienzusammenkunft aller Nachkommen von Ahrend Hinrich Buschmann (1785 – 1865) in Bünte bei Bassum statt, dessen Stammhof auch jetzt noch im Besitz der Familie ist. Die Beteiligung aller Nachfahren dieses alten niedersächsischen Bauerngeschlechts, das in seinem bäuerlichen Teil auf den Höfen der Grafschaft Hoya, der Wesermarsch und auch in der Lüneburger Heide ansässig ist, war über Erwarten groß; über 100 Teilnehmer waren erschienen. Von neun Kindern des Stammvaters, der aus Brinkum stammte und den Hof in Bünte erbt, waren Nachkommen von sieben Kindern vertreten. Die kinderlosen Nachkommen des achten Kindes konnten wegen Beschwerden hohen Alters und die des neunten Kindes nicht kommen, weil sie in Amerika wohnen. Eine Reihe von Nachkommen haben sich im Ausland und den früheren Kolonien als Farmer, Kaufleute, Offiziere und Beamte betätigt und sind zum Teil auch jetzt dort tätig.

Schon lange vor Beginn der eigentlichen Feier war der größte Teil der Festteilnehmer erschienen. Große Reisen dieser weit verbreiteten Familie aus den verschiedensten Gegenden Deutschlands hatte man nicht gescheut, um an der Feier teilnehmen zu können. Selbst die ältesten Vertreter der Familie (bis 87 Jahr) waren zur Stelle, ein Beweis des großen Interesses und des Gefühls der Verbundenheit. Bei der gemeinsamen Mittagstafel wurden Erinnerungen an Voreltern und Familienbegebenheiten von einem Vertreter der Alten wieder wachgerufen. Die besonderen Eigenschaften des Stammes wurden in einer weiteren Ansprache gewürdigt, mit denen die Nachkommen durch Fleiß, Beharrlichkeit, Treue, Mut und Gottvertrauen es zu tüchtigen Gliedern unserer Gemeinschaft, zum Teil in hohe Lebensstellungen gebracht haben. Auch der Frauen wurde ehrend gedacht. An der Hand einer großen Familienstammstafel wurde nach dem Essen von den Vertretern der einzelnen Linien eingehend über den Lebenslauf der Familienmitglieder bis zu den Jüngstgeborenen Aufschluß gegeben.

Nach der Kaffeetafel fand bei schönstem Wetter ein Ausflug nach dem Stammhof in Bünte, ein Schmuckkasten unserer engeren Landschaft, statt.Ein gemütliches Beisammensein in Bassum mit Abendessen und fröhlichen Tanz von Jung und Alt beschloß diese nach jeder Richtung harmonisch verlaufene Familienfeier.
Der Stammbaum der Familie Buschmann reicht weit in frühere Jahrhunderte zurück. Das Staatsarchiv in Hannover verzeichnet bereits Mitte des 15. Jahrhunderts den Namen Buskeman als Hofbesitzer in Brinkum.

Familientag bei Buschmanns. Foto mit allen Beteiligten auf dem Hof in Bünte.
Oben stehend von links nach rechts
  1. Grete Puvogel, geb. Rechten, Fischerhude, geb. 17. 10. 1896
  2. Wilhelm Puvogel, Fischerhude, geb. 2. 4. 1889
  3. Hermann Lukas, Hemelingen, geb. 22. 12. 1891
  4. Hans Puvogel, Grindau b. Schwarmstedt, geb. 23. 6. 1886
  5. Georg Klages, Thedinghausen, geb. 3. 10. 1888
  6. Helene Klages, geb. Kehlenbeck, Thedinghausen, geb. 7. 9. 1888
  7. Albert Lohmann, Bremen, geb. 30. 1. 1871
  8. Eduard Scholvin, Thedinghausen, geb. 1. 10. 1883
  9. Rudolf Böhmer, Berlin, geb. 18. 11. 1875
  10. Elsbeth Lohmann, geb. Koch, Lübeck, geb. 25. 3. 1888
  11. Hannah Lohmann, geb. Kunisch, Harburg, geb. 24. 6. 1887
  12. Liese Bischoff, geb. Nordmann, Brinkum, geb. 30. 3. 1895
  13. Anna Steer, geb. Buschmann, Belgen b. Ebstorf, geb. 28. 2. 1889
  14. Karl Turlach, Bremen, geb. 9. 12. 1904
  15. Erika Cordes, geb., Vegesack, geb. 10. 12. 1909
In der Mitte stehend von links nach rechts
  1. Karl Lindemann, Oldenburg, geb. 29. 9. 1866
  2. Willy Heiliger, Koblenz, geb. 2. 8. 1872
  3. Enno Lohmann, Kattenesch b. Bremen, geb 3. 8. 1911
  4. Margret Puvogel, Grinden, geb. 8. 2. 1904
  5. Albert Lohmann, Brinkum, geb. 11. 7. 1909
  6. Erich Bischoff, Brinkum, geb. 8. 9. 1888
  7. Otto Kastenbein, Bassum, geb. 6. 7. 1875
  8. August Soltau, Hemelingen, geb. 29. 7. 1891
  9. Grete Puvogel, geb. Müller, Soltau, geb. 8. 6. 1889
  10. Gustav Lohmann, Kattenesch b. Bremen, geb. 30. 7. 1874
  11. Georg Soltau, Hemelingen, geb. 21. 6. 1887
  12. Hanni Soltau, geb. Meyer, Hemelingen, geb. 15. 4. 1891
  13. Claus Scholvin, Thedinghausen, geb. 13. 1. 1920
  14. Minna Wolter, geb. Lindemann, Rahden, geb. 1. 4. 1881
  15. Heinrich Hoopmann, Osnabrück, geb. 27. 4. 1872
  16. Hanna Soltau, Hemelingen, geb 13. 1. 1913
  17. Johanne Lukas, geb Seekamp, Soltau, geb. 12. 12. 1884
  18. Martha Wilkens, Braunschweig, geb. 14. 12. 1892
  19. Marie Hesse, geb. Hafers, verw. Turlack, Bremen, geb. 19. 8. 1880
  20. Elisabeth Winkelvoß, geb. Kaß, Bremen, geb. 17. 1. 1900
  21. Hannah Soltau, Bremen, geb. 27. 10. 1889
  22. Heinrich Lohmann, Brinkum, geb. 23. 6. 1872
  23. Frieda Scholvin, geb. Puvogel, Thedinghausen, geb. 26. 2. 1895
  24. Grete Buschmann, geb. Zeller, Zeven, geb. 1. 8. 1902
  25. Martha Lohmann, geb. Heddewig, Kattenesch b. Bremen, geb. 23. 1. 1894
  26. Helene Lohmann, geb. Strauch, Bremen, geb. 23. 1. 1894
  27. Sophie Buschmann, geb. Ripke, Stütelberg, geb. 13. 3. 1890
  28. Eliese Lohmann, geb. Schuhmacher, Brinkum, geb. 6. 6. 1878
  29. Reinhard Böhmer, Hamburg, geb. 29. 12. 1870
  30. Marie Nordmann, geb. Buschmann, Bramstedtt, geb. 3. 10. 1880
  31. Maria Uhlrichs, geb. Rabben, Zasenbeck, geb. 3. 2. 1908
  32. Hilde Lohmann, Kattenesch b. Bremen, geb. 24. 9. 1908
  33. Grete Bulk, geb. Buschmann, Bassum, geb. 4. 5. 1905
  34. Wilhelm Cordes, Vegesack, geb. 17. 11. 1903
  35. Helene Corßen, geb., Ovelgönne, geb. 16. 12. 1864
  36. Bruno Puvogel, Grinden, geb. 23. 3. 1890
  37. Elsbeth Wilkens, geb. Rippe, Zum Busen, geb. 21. 6. 1907
  38. Herbert Wilkens, Zum Busen, geb. 18. 11. 1910
  39. Heinrich Buschmann, Stütelberg, geb. 28. 7. 1889
  40. Heinz Buschmann, Bünte, geb. 2. 12. 1914
  41. Christian Böhmer, Hamburg, geb. 18. 3. 1917
  42. Georg Steer, Belgen (Ebstorf), geb. 30. 7. 1888
Sitzend von links nach rechts
  1. Gertrud Romundt, Gütersloh, geb. 8. 8. 1886
  2. Dora Corßen, gep. Klapp, Lüneburg, geb. 27. 1. 1867
  3. Johanne Kehlenbeck, Thedinghausen, geb. 23. 1. 1880
  4. Anna Puvogel, geb. Schumacher, Grinden
  5. Marie Krogel, geb. Puvogel, Hannover, geb. 13. 2. 1885
  6. Ada Kaß, geb. Wilkens, Eldagsen, geb. 12. 3. 1873
  7. Anna Wilkens, geb. Wohlenberg, Braunschweig, geb. 27. 7. 1877
  8. Elisabeth Scholvin, geb. Meyer, Thedinghausen, geb. 21. 4. 1860
  9. Margarete Buschmann, geb. Nordmann, Bünte, geb. 14. 10. 1855
  10. Anna Buschmann, geb. Grupe, Bramstedt, geb. 13. 10. 1855
  11. Lieselotte Böhmer, geb. Scholvin, Hamburg, geb. 8. 3. 1886
  12. Martha Thomsen, geb. Romundt, Bielefeld, geb. 2. 2. 1880
  13. Hertha Wilkens, geb. Hesse, Zum Busen, geb. 17. 6. 1880
  14. Anna Reinecke, geb. Buschmann, Nienstedt, geb. 20. 11. 1883
  15. Mariechen Buschmann, geb. Bruns, Bünte, geb. 10. 2. 1887
  16. Mimi Lohmann, Brinkum, geb. 20. 3. 1881
  17. Johanne Meyer zur Capellen, geb. Lindemann, Bad Essen, geb. 27. 11. 1873
  18. Frieda Kastenbein, geb. Buschmann, Bassum, geb. 29. 3. 1881
  19. Wilhelm Lohmann, Bremen, geb. 21. 5. 1885
Untere Reihe sitzend von links nach rechts
  1. Lieselotte Klages, Thedinghausen, geb. 6. 6. 1917
  2. Grete Lohmann, Bremen, geb. 8. 4. 1917
  3. Margret Lohmann, Harburg, geb. 18. 7. 1919
  4. Martha Buschmann, Stütelberg, geb. 14. 7. 1916
  5. Erika Lohmann, Harburg, geb. 11. 2. 1921
  6. Margret Kastenbein, Bassum, geb. 29. 5. 1923
  7. Hans Buschmann, Zeven, geb. 2. 2. 1884
  8. Magdalene Kastenbein, Bassum, geb. 1. 12. 1913
  9. Mathilde Kastenbein, Bassum, geb. 16. 7. 1918
  10. Heinrich Buschmann, Stütelberg, geb. 10. 3. 1922
  11. Wilhelm Nordmann, Bramstedt, geb. 1. 4. 1922

 

Ansprache zum Festakt des Familientages:

Meine lieben Verwandten!

Wir alle wissen, dass die Bünte Buschmanns aus Brinkum stammen. Sie gehören zu den ältesten Bauerngeschlechtern dieses uralten Dorfes, denn ihr Name wurde, wie ein entfernter Vetter Cord Hilmer Hüchting festgestellt hat, zuerst im Jahre 1420 in dem Stader Archiv der Bremer Domprobstei genannt, und zwar gab es dort Albert, Ewert und Henrik Buskeman, daneben wurden als Hofbesitzer zweimal Logemann und einmal Rollinghusen verzeichnet. Urkundlich nachweisbar wurden die Buskemanns Buschmann, die Logemanns Lohmann und die Rollinghusen Rullhusen. Diese Familien leben noch jetzt in Brinkum.

Welch ein Weg der Familie Buschmann durch ein halbes Jahrtausend bis in unsere Tage.

„Ein kleiner Ring begrenzt unser Leben und viele Geschlechter reihen sich rum an ihres Daseins unendliche Kette“

Längst vor Luthers Geburt saß dieses zähe Geschlecht am Randes des grossen Bruches am linken Weserufer und an der Ochtum, kultivierte das Land und bebaute es und hatte bis vor etwas 80 Jahren den größten und schönsten Hof zu eigen, den Bussenhof.

Durch Erbschaft erhielt der nachgeborene Sohn des Hofes, unser Urgroßvater, den Hof in Bünte. Eine Brinksitzer stelle mit relativ wenig Kulturland und viel Ödland. – Und was hat dieser Hof im Laufe eines Jahrhunderts hervorgebracht. Das Ödland und die Stallfütterung sind verschwunden. Auf den Weisen, die sich in bestem Kulturzustand befinden, sehen wir Vieh – Onkel Puvogel ist Zeuge – wie auf einem Marschhofe. Sogar die Zucht des edlen Hannoverschen Pferdes wird betrieben. Die Hofstelle selbst ist ein Schmuckstück. Vor dem Haus der Eichenwald, an den Seiten die Wiesengründe, liegt das Haus von der Chaussee gesehen hinter dem großen parkartigen Garten in einem blütenreichen Kranze. Es ist jetzt einer der schönsten Höfe in der ganzen Umgegend, auf den die Bünter Buschmann stolz sein können und es auch wohl sind und wir alle, meine lieben Verwandten sind es mit ihnen.

Und was ist nun die Ursache des Erfolge durch Jahrhunderte? Der Dichter sagt „Genie ist Fleiß“ und die das Leben kennen, wissen, daß zähe Beharrlichkeit zum Ziele führt und Sparsamkeit erhält das Haus.

Aber es würde sich alles totlaufen, wenn Heiterkeit und Gastfreiheit nicht die Harmonie ins Leben hineinbrächten. – So wurde auf dem Bünter Hof gelebt!
Und mein Bruder Johann und ich, die wir von 1882 bis 1885 auf diesem Hof lebten, sahen schon als Kinder, wie dort gearbeitet wurde. Sogar die Uhr wurde um eine wertvolle Morgenstunde zu gewinnen vorgestellt, so daß, wenn um 4 Uhr morgens geweckt wurde, es 3 Uhr war, und wenn bei Sonnenuntergang Mann, Frau und Gesinde um 9 Uhr müde zur Ruhe ging, so war es 8 Uhr. Aber als Jungens haben wir auch erfahren, wenn wir den ganzen Kletschwagen voller Kinder, von Brinkum kommend in die weitgeöffnete Tür auf die Diele fuhren, wie schön die Familienfeste in Bünte gestaltet wurden, wie voller Fröhlichkeit und Herzlichkeit, voller Gastfreundschaft. – So wurde das Dichterwort hier wahr: „Tages Arbeit, abends Gäste, saure Woche, frohe Feste.“ war der Bünter Zauberwort. Und so ist es auch heute noch, wenn wir die Bünter besuchen, in der Regel geschieht es in der Mehrzahl von Verwandten, ob es nun in Bünte sei, ob in Stütelberg oder in Nienstedt, immer wird es ein besonders fröhliches Familienfest!

Meine lieben Verwandten, die sich der goldenen Jugend erfreuen, nehmt Ihr die Arbeit und den Erfolg, das Schaffen und das Leben auf dem Bünter Hofe, wie ich es soeben die Ehre hatte zu schildern, zum Symbol und bedenkt, daß Fleiß, Beharrlichkeit und Sparsamkeit zu dem Euch selbst gesteckten Ziele führt, Ihr habt Bünter Blut in Euren Adern und werde das Ziel bestimmt erreichen.

Nur nicht weich werden. Weichheit ist gut an ihrem Ort
Aber sie ist kein Lösungswort
Kein Schild, keine Klinge und kein Griff
Kein Panzer, kein Ruder für Dein Schiff
Du ruderst mit ihr vergebens
Kraft ist die Parole des Lebens
Kraft im Wagen, Kraft im Schlagen
Kraft im Behagen, Kraft im Ertragen
Kraft bei des Bruders Not und Leid
Im edlen Werk der Menschlichkeit.

Denen aber, die bis auf den heutigen Tag mit Fleiß und Beharrlichkeit auf dem Hof gearbeitet haben, wie wir ihn jetzt vor uns sehen, sind wir hier versammelte Verwandte die den Hof als Traditionshof des heutigen Tages betrachten, zu Dank verpflichtet und in diesem Sinne möchte ich die anwesenden Verwandten bitten, sich von den Plätzen zu erheben und mit mir den Ruf auszusprechen:

Tante Margarethe, Cousine Marichen und der Jungbauer Neffe Heinz, sie leben hoch!

 

Gedicht zum Familientag:

Einst zogen aus dem Bünter Haus
Neun Kinder in die Welt;
Was von dem Stamm noch lebend ist,
Wird hier heut‘ festgestellt.

Der Urahn konnt‘ der Kinderschar
Nicht Haus und Schlösser baun,
Er gab als Schatz und Rüstzeug mit:
Fleiß, Mut und Gottvertraun.

Und vor dem Bünter Haus steht
Ein Spruch, so wahr und fein,
Der soll, wo auch ein Buschmann lebt,
Wie einst im Leitspruch sein:

„Was ist, o Gott, der Mensch vor Dir,
Daß Du so seiner denkst!
Herr aller Welten, was haben wir,
Wenn Du es uns nicht schenkst.
Gott Vater, gib durch Deine Treu,
Was uns und unsern Nachkommen nützlich sei!“


1930-1970

In den Jahren sind mit dem Aufkommen der Fotographie die ersten Fotos vom Hof entstanden. Hier eine Auswahl: