Chronik von Bünte

Hof Buschmann

Das Dorf Bünte ist mehr als 500 Jahre alt. Die ersten urkundlichen Erwähnungen lassen sich bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen.

Der älteste Hof der Dorfschaft Bünte ist zweifelslos der einstellige Hof der Meier zu Bünte. Daneben gab es noch einen Hof zur Windhorst, der aber deutlich später entstand. Die Höfe wurden im Laufe der Jahre mehrmals durch die Grundherren geteilt, um weichende Erben abzufinden. So entstanden mit der Zeit die sieben alten Höfe in Bünte. Erwähnungen finden die Höfe nach und nach in den Hof- und Abgabenlisten der Grundherren, die als erste schriftlich verfügbare Dokumentationen ab dem 16. Jahrhundert angelegt wurden.


1296

1296 wird erstmals Bünte urkundlich erwähnt, und zwar der der Verkauf eines Hofes. In den ältesten Dokumenten ist von „Benten“, später „Bunte“, „Bunthe“, „Bünthe“, bis zum heutigen Namen „Bünte“. Da der Siedlungsname von mnd. biwende nicht abzuleiten ist, muss nach Ansicht der Namenforscher ahd. biunta zugrunde liegen. Das Wort, das für Flur- und Ortsnamen Verwendung gefunden hat, bezeichnete ursprünglich ein zum Schutz gegen das Vieh umzäuntes, privates Stück Ackerland, das der allgemeinen Nutzung durch die Gemeinde entzogen war.


1520

Der einstellige Hof der Meier zur Bünte war damals Eigentum der Landesherrschaft, dies war später der Graf von Hoya. Das Herrschaftshaus war immer in Geldverlegenheit, auch durch eine Vielzahl an Kriegen. Geld liehen vor allem die von Freses aus Weyhe, welches ursprünglich ein stadtbremisches Geschlecht und daher sehr vermögend war. Zu dieser Sippe gehört auch die am 8. 4. 1541 gestorbene Äbtissin Anna Frese, die einen Teil ihres väterlichen Erbes beim Eintritt in das Stift Bassum als Privatbesitz mit eingebracht hatte. Dazu gehörte auch der Tanken Hof in Bünte, den sie am 1. 11. 1520 (vergl. Hoyaer Urk. b. II, 93) dem Stift übereignete.

Es wird sich dabei vermutlich um die spätere Halbmeierstelle Bünte Nr. 1 handeln. Während die Köthnerstelle Bünte Nr. 3 (Büntemeier) am 24. 4. 1538 Graf Jobst v. Hoya seinem Kanzler Wale Barenscheid verlieh (vergl. Hoyer Urk. b. I 709). Dass diese beiden Stellen ursprünglich zusammengehörten, ist deutlich, weil sie in ihren Abgaben alternierten, also jährlich wechselten. Die Teilung, das sei hier noch vermerkt, geschah oft seitens der Grundherrschaft, um weichende Erben unterzubringen, meistens Brüder des Hoferben.

Über die v. Freses auf Weyhe gibt es eine vielschichtige Literatur. Ausführlich hat über die Genalogie der v. Frese H. Esdohr in einer ausgezeichnet fundierten Studie vieles veröffentlicht in den Heimatblättern des Landkreises Grafschaft Hoya Jahrgang 1972/ 73, s. 73 ff. H. Mahrenholtz, Hannover, der bekannte Historiker und Genealoge, schrieb, dassWale Barenscheid 1524 Kanonikus des Collegialstiftes Wildeshausen war, 1531 Sekretär zu Hoya, dann Hoya‘scher Kanzler. Seine Tochter „Nese“ heiratete Jobst v. Hassberg, Ahnfrau des 1975 verstorbenen Kanonicus des Stiftes Bassum, Gebhard v. Benthe.

Wann diese beiden Höfe sich von der Grundherrschaft freigekauft haben, muß noch festgestellt werden.

Uns interessieren hier besonders die Bauern auf der Köthnerstelle Nr. 1 wegen des am 3. 8. 1907 verstorbenen Büntemeiers zur Bünte, eine fast legendäre, markante Persönlichkeit heimischen Bauernstandes. Der Stammbaum dieser Büntemeier beginnt urkundlich mit dem sowohl 1521 in dem Bede-Schatzregister nachweisbaren Wilken thor Bünte, der dort mit 4 Gulden zu Buch steht, und auch 1530 in dem Verzeichnis der „herschopp lude“ des Amtes Syke.

Als nächster Wirt auf besagter Köthnerstelle, urkundlich feststellbar, erscheint nach Ausweis der Bassumer Kirchenrechnung 1595 Albert zur Bünte. Die 1659 beginnenden Kirchenbücher verzeichnen dann auf dieser Köthnerstelle den 1665 verstorbenen Christoph Büntemeier, der am 8. 10. begraben wird. Man darf nicht übersehen, dass die Filiation (Abstammung) nicht immer unbedingt sicher ist, weil der Hofname vor dem Familiennamen rangierte. Übrigens starb seine Frau Renate – deren Mädchenname nicht angegeben ist – 1671; sie wurde am 8. 11. begraben. Das sind also Vorfahren des 1907 verstorbenen letzten Büntemeier Heinrich Eberhard Büntemeier, geboren zur Bünte am 26. 6. 1819. Seine Mutter Adelheid Büntemeier – geb. 25. 8. 1777 – war die Erbtochter auf der alten Köthnerstelle. Schon damals wäre der Mannesstamm auf der Stelle ausgestorben, wenn sie nicht am 3. 6. 1809 ihren Vetter, den am 14. 10. 1766 zu Osterbinde geborenen Eberhard Büntemeier geheiratet hätte. Ihr Sohn Heinrich Eberhard wurde eine nicht unbedeutende Erscheinung unter seinen Standesgenossen. Galt schon sein Vater als vermögend und erfolgreich in der Wirtschaft, der genannte Sohn aber noch umfassender. Von den Büntemeiers zur Zeit der napoleonischen Herrschaft in unserem. Lande erzählten die Leute viel, Dichtung und Wahrheit! Im Jahre 1813 auf der Flucht hätten die Franzosen auf Bünte die Kriegskasse im Stich gelassen. Andere wollten wissen, ein mit Säcken voller Gold bepackter Esel wäre auf dem Hofe stehen geblieben. Märchen aus Tausend und Einer Nacht, die sich die Leute in den Spinnstuben erzählten. Wie dem auch sei! Der letzte Büntemeier war nicht nur ein tüchtiger und reicher Bauer, sondern auch ein Hagestolz. Er heiratete erst im Alter von 69 Jahren am 18. 5. 1888 die am 7. 10. 1845 zu Jardinghausen geborene, aus einer angesehenen Bauernfamilie stammende Sophie Westermann. Das lag schließlich nahe, weil seine Ältermutter, nach der Spindelseite, die am 20. 3. 1745 geborene Beke Adelheid Büntemeier, auch zur Sippe der Westermanns gehörte.

Um diese Zeit, also in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts, erschien eines Tages der alte Büntemeier in Dünsen, wo der große Hof Nr. 1 zum Verkauf stand. Im Termin gab er das höchste Gebot ab. Da der Auktionator ihm den Zuschlag als einem unbekannten Mann nicht erteilen wollte, trat der alte Bauer vor, zählte dem Mann die ganze Summe sofort in Goldstücken auf den Tisch, zum Staunen der Anwesenden und fuhr nun als Besitzer eines Vollmeierhofes wieder heim. Das geschah einige Jahre nach dem am 22. 12 .1848 erfolgten Tod seines Vaters, der 82 Jahre alt wurde. Die in so späten Jahren eingegangene Ehe blieb kinderlos. Vorher setzte der letzte Büntemeier zur Bünte die am 12. 5. 1872 in Hannover geborene Johanne Kastens (Westermann) zur alleinigen Erbin seines großen Vermögens ein. Diese heiratete dann noch zu Lebzeiten des Testators am 1. 11. 1891 den am 24. 5. 1858 in Godshorn, unweit Hannover geborenen Landwirt und Viehhändler Heinrich Andreas, der mit großem Bedacht und Einfühlungsvermögen, zusammen mit seiner jungen Frau, nach einiger Zeit die Stelle übernahm und im Sinne des Erblassers den Betrieb weiterführte.

Der letzte Büntemeier verstarb im Alter von 88 Jahren am 3. 8. 1907. Den seinerzeit gekauften großen Hof in Dünsen erbten auch die Andreas. 1907 hatte der Landwirt Albert Bultmann den Hof in Pacht; 1936 besaß ihn Heinrich Andreas. Der in Bünte aufheiratende Godshorner Andreas hatte sich sehr bald das Ansehen und die Achtung des Dorfes erworben, so dass er 1917 zum Kirchenvorsteher für den Bezirk Bramstedt gewählt wurde. Ein Amt, das er bis zum Umbruch mit Würde und mit viel persönlichem Einsatz verwaltete. Er starb am 20. 10. 1942 noch mitten im Kriege – im gesegneten Alter von 84 Jahren. Seine Frau, die Hoferbin, eine ausgezeichnete Hausfrau und Mutter, still und bescheiden in ihrem Wesen, am 18. 2. 1945. Die alte Büntemeier’sche Köthnerstelle übernahm dann ihr 1898 geborener Sohn August Andreas, der zusammen mit seiner Tochter Hanna Andreas den großen Schatz an alten Bauernmöbeln und Trachten in Truhen und Schränken hütet, bewahrt und pflegt.


1521

Im Bedeschatzregister von 1521 sind 3 Bünter Hofstellen erwähnt:

Hofstellen
Bünte Nr. 1 Wilken thor Bünte, vier Gulden
Bünte Nr. 2 Lüdeke Stöver, vier Gulden
Bünte Nr. 3
Bünte Nr. 4 Hinrick in der Windthorst, einen Gulden
Bünte Nr. 5
Bünte Nr. 6
Bünte Nr. 7

1525

Im Pflugschatzregister von 1525 sind 4 Bünter Hofstellen erwähnt:

Hofstellen
Bünte Nr. 1 Wilken thor Bünte, einen Gulden
Bünte Nr. 2 Lüdeke Stöver, einen Gulden
Bünte Nr. 3
Bünte Nr. 4 Hinrick in der Windthorst, einen halben Gulden
Bünte Nr. 5
Bünte Nr. 6 Reyneke Otersen
Bünte Nr. 7

1530

Der Ort Bünte wird im Syker Amtsbuch „De herschoppe lude“ von 1530 noch nicht namentlich erwähnt. Als Hinweis auf Bünte findet man jedoch die bereits bekannten Namen der Höfe: «Wilken thor Bünte». Dieser wird unter dem heutigen Nachbarort Klein Bramstedt «Lutken bramstede» aufgezählt. Andere Namen von Bünter Bauern sind hier ebenfalls bereits aufgeführt: «Hinrick thor Windthorst», «Hinrick Otersen» und «Lüdeke Stöver».

Hofstellen
Bünte Nr. 1 Wilken thor Bünte
Bünte Nr. 2 Lüdeke Stöver
Bünte Nr. 3
Bünte Nr. 4 Hinrick thor Windthorst / Stubbe
Bünte Nr. 5
Bünte Nr. 6 Hinrick Otersen
Bünte Nr. 7

1573

Erektionsliste / Gründungsliste für Bünte Nr. 5 (heutiger Hof Buschmann) von 1573.

Hofstellen
Bünte Nr. 1
Bünte Nr. 2
Bünte Nr. 3
Bünte Nr. 4
Bünte Nr. 5 Johan Nüstede
Bünte Nr. 6
Bünte Nr. 7

1579

Abgabenverzeichnisse des Amtes Syke (für Fastnachtshühner, Michaelisschatz, Zinsschafe), hier u.a. „Brandthafern, welchen de lude so von olders her mit ohren schwienen up de gemeinen holtmarck thor mast berechtiget, geben“.

Hofstellen gemäß Fastnachtshühner Abgabe
Bünte Nr. 1 Johann, ein Fastnachtshuhn
Bünte Nr. 2 Schwehr, ein Fastnachtshuhn
Bünte Nr. 3 Albert, ein Fastnachtshuhn
Bünte Nr. 4 Windthorst, ein Fastnachtshuhn
Bünte Nr. 5
Bünte Nr. 6 Otersen, ein Fastnachtshuhn
Bünte Nr. 7
Hofstellen gemäß Michaelisschatz
Bünte Nr. 1 Johann thor Bünte, einen Gulden
Bünte Nr. 2 Stöver thor Bünte, einen Gulden
Bünte Nr. 3
Bünte Nr. 4
Bünte Nr. 5
Bünte Nr. 6
Bünte Nr. 7
Hofstellen gemäß Zinsschafe Abgabe
Bünte Nr. 1 Johann Meyer, zwei Zinsschafe
Bünte Nr. 2 Lüdeke Stöver / Schwehr, zwei Zinsschafe
Bünte Nr. 3
Bünte Nr. 4 Gerke Windthorst
Bünte Nr. 5
Bünte Nr. 6 Hinrich Otersen
Bünte Nr. 7 Hinrich Windthorst

1583

Dienstregister und Verzeichnis der Dienstpflichtigen des Amtes Syke. Register der Burgdienstpflichtigen v. 3.-4. Mai 1583.

Hofstelle
Bünte Nr. 1 Johann Meyer, verzeichnet unter „Halbe dienste“ /“ Halbe hove“
Bünte Nr. 2 Schwehr zur Bünte, verzeichnet unter „Halbe dienste“ /“ Halbe hove“
Bünte Nr. 3 Albert zur Bünte, Kötner
Bünte Nr. 4 Henrich Windthorst, Kötner
Bünte Nr. 5
Bünte Nr. 6 Henrich Otersen, Brinksitzer / Kötner
Bünte Nr. 7

1585

Hofstellenliste aus Heimatblätter IX.

Hofstelle
Bünte Nr. 1 Johann Meyer
Bünte Nr. 2 Schwer zur Bünte
Bünte Nr. 3 Albert zur Bünte
Bünte Nr. 4 Hr. Stubbe
Bünte Nr. 5 Johan Nüstede
Bünte Nr. 6 Henrich Otersen
Bünte Nr. 7 Henrich Windhorst

1588

Landsteuer- und Schatzregister von 1588.

Hofstelle
Bünte Nr. 1 Johann Meyer
Bünte Nr. 2 Schwer Stöver
Bünte Nr. 3 Albert zur Bünte
Bünte Nr. 4
Bünte Nr. 5
Bünte Nr. 6 Heinrich Otersen
Bünte Nr. 7

1590

Kirchenschatzung Stift Bassum von 1590. Urkunde im Stift. „Inahme von Schatze so von Wegen des bawfelligen Kirchengebawes den Carspelleuten auferleget“.

Hofstelle
Bünte Nr. 1 Johann Meyer, einen Florin
Bünte Nr. 2 Stöver, einen Florin
Bünte Nr. 3
Bünte Nr. 4 Gerke Windthorst, einen halben Florin
Bünte Nr. 5
Bünte Nr. 6 Otersen, einen Florin
Bünte Nr. 7 Hinrich Windthorst, einen Florin

1595

Kirchenschatzung Stift Bassum von 1595. Urkunde im Stift. „Kirchenschatzung behuff des Pfannendackes“. Abgedruckt in der Chronik des Kirchspiels Bassum.

Hofstelle
Bünte Nr. 1 Johann Meyer, keine Abgabe
Bünte Nr. 2 Stöver, 18 Groschen
Bünte Nr. 3
Bünte Nr. 4 Gerke Stubbe, 12 Groschen
Bünte Nr. 5
Bünte Nr. 6 Otersen, 18 Groschen
Bünte Nr. 7 Windthorst, 12 Groschen

1599

Kirchenschatzung Stift Bassum von 1599. Urkunde im Stift. „Schatzung so von Wegen der Klocken umzugießen“. Abschrift vom Heimatverein im Stadtarchiv.

Hofstelle
Bünte Nr. 1 Johann Meyer
Bünte Nr. 2 Schweder Stöver
Bünte Nr. 3
Bünte Nr. 4 Gerke
Bünte Nr. 5
Bünte Nr. 6 Otersen
Bünte Nr. 7 Windthorst

1621

Kirchenschatzung Stift Bassum von 1621. Urkunde im Stift. „Schatzung so wegen beschwerungk der Mauern.“

Hofstelle
Bünte Nr. 1 Johann Meyer, 48 Groschen
Bünte Nr. 2 Johann Stöver, 48 Groschen
Bünte Nr. 3
Bünte Nr. 4 Gerke zur Windhorst, 24 Groschen
Bünte Nr. 5
Bünte Nr. 6 Eggert Otersen, 30 Groschen
Bünte Nr. 7 Eler zur Bünte, 1 Rthl und 11 Groschen

1631

Kirchenschatzung Stift Bassum von 1631. Neue Abgabe und Restanten „hat noch rest kirchenschatzung zu zahlen“.

Hofstelle
Bünte Nr. 1 Johann Meyer, 48 Groschen
Bünte Nr. 2
Bünte Nr. 3
Bünte Nr. 4
Bünte Nr. 5
Bünte Nr. 6
Bünte Nr. 7 Eler zur Bünte, 1 Rthl und 11 Groschen
Hofstelle gemäß „hat noch rest kirchenschatzung zu zahlen“
Bünte Nr. 1 Johann Meyer, 24 Groschen
Bünte Nr. 2 Johann Stöver, 1 Rthl und 23 Groschen
Bünte Nr. 3
Bünte Nr. 4 Gerke zur Windhorst, 36 Groschen
Bünte Nr. 5
Bünte Nr. 6 Eggert Otersen, 15 Groschen
Bünte Nr. 7 Eler zur Bünte, 36 Groschen

1646

Kirchenschatzung Stift Bassum von 1646. „Schaden an der langen Kirche“.

Hofstelle
Bünte Nr. 1 Arend Meyer, 1 Rthl 44 Groschen
Bünte Nr. 2 Johann Stöver, 1 Rthl und 44 Groschen
Bünte Nr. 3 Christoph Büntemeyer, 1 Rthl und 44 Groschen
Bünte Nr. 4 Johann Bolte, 58 Groschen
Bünte Nr. 5
Bünte Nr. 6 Friedrich Büntemeyer, 1 Rthl
Bünte Nr. 7 Lüdeke Bringmann, 29 Groschen

1657

Kirchenschatzung Stift Bassum von 1657. Urkunde im Stift. „Anlage zum bauw und besserung Des Kirch Tohrms“. Abgedruckt in der Chronik des Kirchspiels Bassum.

Hofstelle
Bünte Nr. 1 Arend Meyer, 48 Groschen
Bünte Nr. 2 Johann Stöver, 58 Groschen
Bünte Nr. 3 Christoph Büntemeyer, 58 Groschen
Bünte Nr. 4 Johann Bolte, 29 Groschen
Bünte Nr. 5
Bünte Nr. 6 Friedrich Büntemeyer, 36 Groschen
Bünte Nr. 7 Lüdeke Bringmann, 14 1/2 Groschen

1657

Verzeichnis sämtlicher Amtsuntertanen des Amtes Syke.

Hofstelle
Bünte Nr. 1 Harmen Meyer, Halbmeyer (landesherrlich)
Bünte Nr. 2 Heinrich Stöver, Halbmeyer (landesherrlich)
Bünte Nr. 3 Christoph Büntemeyer, Kötner(landesherrlich)
Bünte Nr. 4 Hermann Windhorst, Brinksitzer (landesherrlich)
Bünte Nr. 5 Nüstede ist Holzvoigt, der auf fürstlicher Begnadigung nur 1 Taler Dienstgeld gibt
Bünte Nr. 6 Friedrich Otersen, Brinksitzer (landesherrlich)
Bünte Nr. 7 Lüdeke Windhorst, Brinksitzer (landesherrlich)

1660-1671

Verzeichnis Einfache Kontributionsteilungen der Hofstellen und Häusler.

Hofstelle
Bünte Nr. 1 Harmen Meyer, Halbmeyer (landesherrlich)
Bünte Nr. 2 Heinrich Stöver, Halbmeyer (landesherrlich)
Bünte Nr. 3 Christoph Büntemeyer, Kötner (landesherrlich)
Bünte Nr. 4 Albert Windhorst oder Stubbe, Brinksitzer (landesherrlich)
Bünte Nr. 5
Bünte Nr. 6 Friedrich Otersen, Brinksitzer (landesherrlich)
Bünte Nr. 7 Dieterich Windhorst, Brinksitzer (landesherrlich)

Häusler: Lüke zur Windhorst (1660-1671), Dierck Brügge (1660-?), Harmen Feltman (um 1671), Harmen Wolers (um 1669), Wilke Wißlohe (um 1659).


1667

Erbhuldigung vom 27. August 1667.

Hofstelle
Bünte Nr. 1 Harmen Meyer, Halbmeyer (landesherrlich)
Bünte Nr. 2 Henrich Stöver, Halbmeyer (landesherrlich)
Bünte Nr. 3 Christoph Büntemeyer, Kötner (landesherrlich)
Bünte Nr. 4 Albert Stubbe, Brinksitzer (landesherrlich)
Bünte Nr. 5
Bünte Nr. 6 Friedrich Otersen, Brinksitzer (landesherrlich)
Bünte Nr. 7 Lüder Windhorst, Brinksitzer (landesherrlich)

1672

Restanten von 1672. Abschrift beim Heimatverein.

Hofstelle
Bünte Nr. 1 Harmen Meyer, 58 Groschen
Bünte Nr. 2 Henrich Stöver, 1 Rthl und 8 Groschen
Bünte Nr. 3 Johan Büntemeyer, – Groschen
Bünte Nr. 4 Dirich Stubbe, Brinksitzer, 1 Rthl
Bünte Nr. 5
Bünte Nr. 6 Frerich Otersen, 1 Rthl
Bünte Nr. 7 Lüdecke Bringman, 5 Groschen

1680

Erbregister des Kirchspiels Nordwohlde von 1680.

Hofstelle
Bünte Nr. 1 Casten Meyer, Amts-Halbmeyer, verheiratet mit Beke Wolters aus Klenkenborstel, „Kinder unerwachsen“
Bünte Nr. 2 Johan Stöver, Amts-Halbmeyer, verheiratet mit Margrete Nüstede aus Bünte, „Kinder unerwachsen“
Bünte Nr. 3 Johan Büntemeyer, Amts-Kötner, Hoferbe, verheiratet mit Grete Menke aus Dimhausen. „Hat noch 1 Bruder und 1 Schwester, die eignen Kinder sind unerwachsen“.
Bünte Nr. 4 Albert Windhorst (verstorben!), Amts-Kötner, aus Högenhausen gebürtig (Häuslerfamilie), verheiratet mit Hetke Kloke aus Kl. Bramstedt; „haben dieses erbe vom ambte erhandelt“. „Wenn ein sohn die stedte annimbt, sind noch 1 sohn und 1 tochter auszusteuern“.
Bünte Nr. 5 Johan Friedrich Nüstede („von der stedte bürtig gewesen“) Witwe, Amts-Brinksitzer, Cathrine Cranzt „seel. majeur Otto Crantzen tochter, welcher dero zeit in königlich danisch diensten in Holstein sich aufgehalten“. „Noch zwey brüder des verstorbenen mannes bei der stedte, welche noch müssen abgefunden werden“.
Bünte Nr. 6 Friedrich Otersen, Amts-Brinksitzer, Hoferbe, verheiratet mit Wöbbeke Reinecke aus Pestinghausen. „Hat noch 2 brüder und 3 schwestern, die eigenen Kinder sind unerwachsen.“ Heirat am 4.12.1679. Frerich Büntemeier, Bünte und Wobbike Reineken, Nordwohlde.
Bünte Nr. 7 Eler Windhorst, Amts-Brinksitzer, Hoferbe, verheiratet mit Anne Rolfs aus Gr. Bramstedt. „Kinder noch jung.“ Heirat am 26.11.1674. Eyler Meyer, Bünte und Anna Rolffs, Groß Bramstedt.

1686/87

Verzeichnis „Steuer von Schornsteinen oder Feuerstetten“ von 1686/87.

Hofstelle
Bünte Nr. 1 Casten Meyer, Halbmeyer
Bünte Nr. 2 Johan Stöver, Halbmeyer
Bünte Nr. 3 Johan Büntemeyer, Kötner
Bünte Nr. 4 Albert Windhorst, Kötner. Heiratet 1686 Gertrud Büntemeyer.
Bünte Nr. 5 Johann Friedrich Nüstede, Brinksitzer
Bünte Nr. 6 Heinrich Otersen, Brinksitzer
Bünte Nr. 7 Eler Windthorst, Brinksitzer

1704

Die Karte des alten Amtes Freudenberg aus dem Jahre 1704 zeigt Bünte (und Windhorst) an der Grenze zwischen dem Amt Syke und dem Amt Freudenberg. Die Grenze markiert der Hombach (dick gepunktete Linie). Bünte gehörte zu jener Zeit zum Amt Syke und zum Kirchspiel Bassum.


1707

Hofstellenliste aus Heimatblätter IX.

Hofstelle
Bünte Nr. 1 Casten Meyer
Bünte Nr. 2 Hr. Stöver
Bünte Nr. 3 Johan Büntemeyer
Bünte Nr. 4 Albert Stubbe. Nach 1720 Joh. Cordes von der Windhorst
Bünte Nr. 5 Otto Bollmann
Bünte Nr. 6 Harm Jürgen Otersen (Rodecurt)
Bünte Nr. 7 Ebert Windhorst

1712

Einwohnerverzeichnis des Kirchspiels Nordwohlde vom 26. Oktober 1712.

Hofstelle
Bünte Nr. 1 Wolter Meyer und Ehefrau Anne. „Der Vatter Casten die Mutter Beke“
Bünte Nr. 2 Hinrich Stöver und Ehefrau Triene. „Die Mutter […] Margreite“
Bünte Nr. 3 Johan Büntemeyer und Ehefrau Greite
Bünte Nr. 4 Albert Windhorst und Ehefrau Gerdruht
Bünte Nr. 5 Otto Nüstede und Ehefrau Gerdruht
Bünte Nr. 6 Harmen Jürgen Otersen und Ehefrau Christine „Die Mutter Wöpke“
Bünte Nr. 7 Eler Windhorst und Ehefrau Anne

1726/27

„Specification des von 1. May 1726 bis 1. May 1727 zu remittirenden Schutz- und Dienstgeldes von den armen und breshafften Häuerlingen im Amte Syke“.

Hofstelle
Bünte Nr. 1
Bünte Nr. 2
Bünte Nr. 3
Bünte Nr. 4
Bünte Nr. 5 Hinrich Klock, „ist engbrüstig, also zur Arbeit ohntüchtig“, 79 Jahre alt
Bünte Nr. 6 Johann Meyer „hat sich durch den Gebrauch vieler Medicamenten für seine Frau wegen curirung seines Fehl Schadens sehr entblödet kann also armuhts-halber nicht bezahlen“, 37 Jahre alt“
Bünte Nr. 7 Albert Bötjer „ist bettelarm“, 42 Jahre alt

1727/28

Einnahmen Schutz- und Dienstgeld.

Hofstelle
Bünte Nr. 1
Bünte Nr. 2 Lüdeke Stöver; Häusler Johann Poycke; möglicherweise darüber hinaus Häusler Cord Göbber
Bünte Nr. 3
Bünte Nr. 4
Bünte Nr. 5 Richard Bollmann; Häusler Hinrich Klocke (80 Jahre alt)
Bünte Nr. 6 Albert Otersen; Häusler Johann Meyer (38 Jahre alt)
Bünte Nr. 7 Dirk Windhorst; Häusler Albert Bötjer (43 Jahre alt)

1755

Hauswirte und Häusler.

Hofstelle
Bünte Nr. 1 Johann Meyer, Halbmeyer
Bünte Nr. 2 Johann Thölcke Stöver, Halbmeyer
Bünte Nr. 3 Joahnn Mencke Büntemeyer, Kötner
Bünte Nr. 4 Albert Windhorst, Kötner
Bünte Nr. 5 Johann Friedrich Bollmann, Brinksitzer
Bünte Nr. 6 Harme Jürgen Otersen, Brinksitzer
Bünte Nr. 7 Dietrich Windhorst, Brinksitzer

Häusler: Heincke Warfelmann, Harrier Schröder, Cordt Wohlers, Johann Bitter, Johann Schierloh, Victor Meyer, Arend Windhorst, Hinrich Bötjer, Joahnn Detmer Neuhaus.


1760

Hofstellenliste aus Heimatblätter IX.

Hofstelle
Bünte Nr. 1 Johann Meyer
Bünte Nr. 2 Johan Tölke Stöver (Klocke)
Bünte Nr. 3 Büntemeyer
Bünte Nr. 4 Arend Windhorst
Bünte Nr. 5 Johann Friedrich Meyer
Bünte Nr. 6 Harmen Jürgen Otersen (Wessel)
Bünte Nr. 7 Ebert Windhorst

1775

Einwohnerverzeichnis des Kirchspiels Nordwohlde von 1775.

Hofstelle
Bünte Nr. 1 Johann Meyer
Bünte Nr. 2 Hinrich Stöver (Klocke)
Bünte Nr. 3 Johann Otte Büntemeyer
Bünte Nr. 4 Albert Windhorst
Bünte Nr. 5 Johann Friedrich Bollmann
Bünte Nr. 6 Harmen Jürgen Otersen
Bünte Nr. 7 Rieckert Windhorst

1795

„Stärke der Schule in Bramstedt“ vom 22. Februar 1795.

Hofstelle
Bünte Nr. 1 Lüdecke Meyer, Halbmeyer; Häusler Hinrich Meyer
Bünte Nr. 2 Hinrich Stöver, Halbmeyer; Häusler Friedrich Ohlhof
Bünte Nr. 3 Witwe Büntemeyer, Kötner
Bünte Nr. 4 Johan Windhorst, Kötner; Häusler Lüdecke Böse und Häusler Cord Hinrich Peters
Bünte Nr. 5 Johann Friedrich Bollmann, Brinksitzer; Häuslerin Witwe Meyer und Häusler Albert Höft
Bünte Nr. 6 Gerd Hinrich Otersen, Brinksitzer; Häusler Otto Wilhelm Höft
Bünte Nr. 7 Johann Diedrich Windhorst, Brinksitzer; Häusler Corporal Barking

1798

Hofstellenliste aus Heimatblätter IX.

Hofstelle
Bünte Nr. 1 Lüdecke Meyer
Bünte Nr. 2 Hinrich Osterhorn
Bünte Nr. 3 Büntemeyer
Bünte Nr. 4 Joh. Rud. Lienhop / Johan Windhorst
Bünte Nr. 5 Johann Friedrich Meyer
Bünte Nr. 6 Gerd Hinrich Otersen (Röpe)
Bünte Nr. 7 Rich. Windhorst

1801

Feuerstellenverzeichnis der Vogtei Nordwohlde.

Hofstelle
Bünte Nr. 1 Lüdecke Meyer, Halbmeyer; Häuslerin „Hinrich Meyers Frau“
Bünte Nr. 2 Hinrich Stöves Witwe, Halbmeyer; Häusler Friedrich Ohlhof
Bünte Nr. 3 Johann Otto Büntemeyer Witwe, Kötner
Bünte Nr. 4 Johann Hartwig Windhorst, Kötner; Häusler Lüdeke Böse und Häusler Cord Hinrich Peters
Bünte Nr. 5 Johann Friedrich Bollmann, Brinksitzer; Häuslerin „Witwe Meyer“ und Häuslerin „Albert Höfts Frau“
Bünte Nr. 6 Gerd Hinrich Otersen, Brinksitzer; Häusler Otto Wilhelm Höft
Bünte Nr. 7 Johann Dierck Windhorst, Brinksitzer

1827

Hofstellenliste aus Heimatblätter IX.

Hofstelle
Bünte Nr. 1 Johann Hr. Meyer
Bünte Nr. 2 Lüdeke Bitter
Bünte Nr. 3 Eberhard Büntemeyer
Bünte Nr. 4 Johann Albert Grupe
Bünte Nr. 5 Arend Hinrich Buschmann
Bünte Nr. 6 Johann Röpe
Bünte Nr. 7 Jobst / Joh. D. Windhorst
Bünte Nr. 8 Ahrend Meyer

1831

Streit um den Bünter Grenzgraben. Heute heißt das Bächlein Hombach, welches früher als Bünter Grenzgraben bezeichnet wurde.

Um 1830 gab es jedoch erhebliche Streitigkeiten zwischen den Büntern, Döhrenern und Bassumern. Im einzelnen ging es darum, daß sich die Döhrener in erster Linie darüber beklagten, daß die Bünter den Bach aufstauen und ihnen das Wasser entziehen würden. Außerdem waren die Bünter darauf bedacht, den Bach immer mehr auf die Seite der Döhrener und Bassumer zu verschieben, so daß die Grenze nach und nach weiter in das Amt Freudenberg verlegt wurde. Nach langem Hin und Her und vielen Schreibereien und Vorsprachen wurden zunächst von dem Amtsvogt Bierwirth aus Heiligenrode Zeichnungen über den Verlauf des Baches angefertigt.

Aus alten Akten

Der Streit, der am 21. Mai 1831 durch eine Beschwerde des Döhrener Bauernmeisters Horstmann entbrannt war und sich zunächst nur gegen die Bünter Lüdecke Bitter und Johann Meyer, später jedoch auch gegen den dort ansässigen Büntemeyer richtete, fand wohl seinen Höhepunkt am 2. Juli 1832: Der Viertelmeier Heinrich Müller aus Döhren beschwerte sich beim Amte Syke darüber, daß der Halbmeier Meyer aus Bünte die ordnungsgemäße Einfriedigung des Baches aufgegeben habe und daß ihm bzw. seinem Hirten 2 Milchkühe abhanden gekommen seien. Meyer habe ihm dieses Vieh einfach „weggepfändet“ und weigere sich, dasselbe wieder herauszugeben. Müller bat darum, amtsseitig diesbezüglich eine Anordnung zu treffen. Dieses geschah dann auch, und da keine weiteren Schriftsätze zu diesem Thema vorhanden sind, ist davon auszugehen, daß es zu einer entsprechenden Herausgabe des Viehs kam.

Schließlich kam es zu einem großen Ortstermin, an dem Vertreter aller Bauernschaften und der Bürgerschaft Loge sowie Vertreter des Vogtei Syke, Amtsassessor von Wangenheim, Amtsassessor von Ompstede und der Vogtei Freudenberg, Hausvogt Wiedekind aus Loge, teilnahmen. Ergebnis dieser Gespräche war eine mehrseitige Vereinbarung, die die Rechte und Pflichten aller Beteiligten genauestens beschrieb und unter Eides-Formel dieser Vereinbarung zugestimmt werden musste.

Im Volksmund wurde früher im übrigen häufiger erzählt, daß es gerade die Bünter waren, die den Bassumern, Döhrenern und anderen Vieh einfach „wegpfändeten“ und es dem Besitzer zum halben Preis zum Kauf wieder anboten. Diese Aussagen sind jedoch nicht durch schriftliche Darlegungen nachvollziehbar. Trotzdem schienen die Bünter ein sehr streitbares Völkchen zu sein.


1853

Hofstellenliste aus Heimatblätter IX.

Hofstelle
Bünte Nr. 1 Johann Hr. Meyer
Bünte Nr. 2 Hoopmann
Bünte Nr. 3 Heinrich Eberhard Büntemeyer
Bünte Nr. 4 Hermann Hr. Grupe
Bünte Nr. 5 Johann Buschmann
Bünte Nr. 6
Bünte Nr. 7 Albert Borchers 1841
Bünte Nr. 8

1880

Eine Landkarte aus dem Jahre 1880 zeigt Bünte und Umgebung:


1910

Das Leben der Bünter war schlicht und einfach. Es bestand aus Arbeit von früh bis spät. Lehrer Rahlfs (1892-1921) der Bramsteder Schule beschreibt die Bünter folgendermaßen:

Melhops Wilhelm an de Chaussee,
Büntemeyers Heinrich schütt een Reh,
Hoopmanns Jan de grote Mann,
Danemann geiht achter ran,
Borchers Heinrich in dat grode Hus,
Denkers Heinrich seggt: Dor loppt ne Mus.
Eickhorst Jan wollt nich glöben,
Borchers Jan säh: Lat uns man aftöben.
Ozen Mudder und Aline,
Warnken Mudder foort de Swine.
Gerken Jan in dicken Dreck,
Buschmanns hebt dat dicke Speck.


1911

Ansichtskarte von Bünte, Stempel der Briefmarke 25. 1. 1911, mit dem Wohnwesen von H. Buschmann und dem Festplatz.


1953

Hofstellenliste aus Heimatblätter IX.

Hofstelle
Bünte Nr. 1 Bartels
Bünte Nr. 2 Brüning-Borchers
Bünte Nr. 3 Andreas
Bünte Nr. 4 Eickhorst
Bünte Nr. 5 Buschmann
Bünte Nr. 6 Warnecke
Bünte Nr. 7 Fr. Borchers
Bünte Nr. 8 Gercke

1956

Eine Landkarte aus dem Jahre 1956 zeigt Bünte und Umgebung:


1989

Artikel in der Kreiszeitung vom 12. Oktober 1989:

Frischluft können diese jungen Schweine im Gegensatz zu den meisten ihrer Artgenossen noch genießen. Während alte Traditionen in Form von schönen Fachwerkhäusern erhalten und gepflegt werden, müssen althergebrachte Formen der Viehhaltung immer mehr dem Rationalisierungsdruck weichen, was für die meisten Schweine ein Leben im Dämmerlicht auf Spaltenböden bedeutet. Diese quicklebendigen Exemplare konnte unser Fotograf auf einen Hof in Bünte ablichten.


1989

Zur 800 Jahrfeier von Bramstedt (1189-1989) wurde ebenfalls die Geschichte der Bünter Höfe erfasst.

Hofstelle
Bünte Nr. 1 Bartels/Homfeld: 1595 wurde dieser Hof erstmalig erwähnt. Seinerzeit war es ein Johann Meyer, der wohl Besitzer dieser Halbmeierstelle war. Später taucht in den Bauernschaftsrechnungen der Bauer Hoopmann als Eigentümer auf. 1889 weist die Häuserliste Wilhelm Bartels als Interimswirt aus. Der Hof wurde 1910 verkauft. Aus diesem ehemals recht großen Hof wurde der größte Teil für die Hauptstelle Bartels gelassen. Daneben hingen von diesem Hof die heutigen Hofstellen Ptakowski, Ahlers und Stütelberg ab. An Gebäuden waren 1889 neben dem Wohnhaus eine Scheune, zwei Häuslingshäuser, ein Stall ein Backhaus und eine Scheuen vorhanden.
Bünte Nr. 2 Brüning: 1595 tauchte dieser Hof erstmals unter einem Besitzer Stöver auf. Später wohnten auf dieser Hofstelle mehrere Eigentümer: Baumann, Hoopmann und Borchers genannt. Die Bauernschaftsrechnung und die Häuserliste weisen Heinrich Borchers auf dieser Halbmeierstelle aus. An Gebäuden sind lt. Häuserliste neben dem Wohnhaus ein Häuslingshaus, ein Schweinestall, ein Backhaus und eine Scheune vorhanden gewesen.
Bünte Nr. 3 Andreas: Bei diesem Hof handelt es sich ebenfalls um einen alteingesessenen Hof in der Ortschaft Bünte. Schon 1657 taucht hier ein Büntemeyer als Eigentümer auf. Die Büntemeyers sind dann über die Jahrhunderte auf diesem Hof als Besitzer nachzuweisen. Aich die Steuerlisten der Bauernschaft Bramstedt und die Häuserliste weisen 1848 Heinrich Büntemeier als Eigentümer nach. Später ging der Hof in die Hände von Andreas. Bei diesem Hof ist besonders zu erwähnen, daß bis in die heutige Zeit hinein ein besonderes Traditionsbewußtsein vorhanden gewesen ist. Alte Möbelstücke schmücken die Wohnung von Hanna Andreas. An Gebäuden waren 1848 neben dem Wohnhaus ein Häuslingshaus, zwei Scheunen, zwei Ställe und ein Backhaus vorhanden.
Bünte Nr. 4 Bergmann: Dieser Hof war in Händen einer Familie Windhorst, wie seinerzeit ein eigener Ortsteil Windhorst neben dem Ortsteil Bünte vorhanden war. Hierzu gehörten wohl zwei oder drei Höfe. 1888 kaufte Dietrich Eickhorst diesen Hof, der dann unter diesem Namen bis Anfang der 70er Jahre unseres Jahrhunderts bewirtschaftet wurde. Es handelt sich hierbei um eine Köthnerstelle, die an Gebäuden mit einem Häuslingshaus, zwei Ställen, einer Scheune un einem Backhaus ausgestattet war.
Bünte Nr. 5 Buschmann; Auch dieser Hof durfte eine Tradition bis ins 16. Jahrhundert zurück haben. Ehemals als Holzvoigt an der Grenze des Amtes Syke gelegen, hat sich dieser Hof wohl durch Urbarmachung und Bewirtschaftung des Holzbestandes nach und nach in seinen Ländereien vergrößert. 1870 wird Heinrich Buschmann als Brinksitzer in der Häuserliste geführt. Seinerzeit waren neben dem Wohnhaus eine Scheine, ein Häuslingshaus, ein Backhaus und drei Ställe vorhanden. Ehemals taucht in den alten Büchern eine Familie Nüstede auf dieser Stelle auf. Ursprünglich stammen die Buschmanns aus dem Bereich Brinkum.
Bünte Nr. 6 Warnecke: Auch dieser Hof wurde bereits um 1650 unter dem Namen Otersen erwähnt. Später war dann die Familie Röpe auf dem Hof, bis 1864 Warnecke diesen Hof erbte. Es handelt sich hierbei um eine Brinksitzerstelle, die 1864 neben dem Wohnhaus ein Häuslingshaus, zwei Scheunen, einen Stall und ein Backhaus beinhaltete.
Bünte Nr. 7 Ramke: Früher gehörte dieser Hof zu dem bereits bezeichneten Ortsteil Windhorst. 1861 erbte Johann Borchers diese Brinksitzerstelle. Sie bestand seinerzeit aus einem Wohnhaus, einer Scheune, einem Häuslingshaus, zwei Ställen und einem Backhaus.

1989

Artikel in der Kreiszeitung vom 23. August 1989:

Mit der Forke werden die einzelnen Garben von der Roggenhocke auf den Wagen gehievt und gestapelt.
Ein seltenes Bild: Roggenhocken auf einem Feld bei Bünte. Heutzutage bestimmen meistens Rundballen das Bild.
Nach getaner Arbeit schmeckt ein kühles Bier recht gut. Was heutzutage die modernen Mähmachinen erledigen, muß bei den Roggenhocken noch mit der Hand gemacht werden. Eine schwere Arbeit.

„Ernte anno dazumal“ für Festumzug neu belegt

Roggenhocken aus Bünte für Klein Bramstedter Festwagen / Weiterverarbeitung in Twistringen

son Bünte. „Von der Saat bis zur Ernte“ lautet das Motto eines Festwagens, der am 10. September durch die Straßen des Jubliäumsdorfes rollen wird. Die Kreiszeitung war dabei, als Vorbereitungen zur Ausschmückung des Festwagens getroffen wurden und erlebte ein Stück „Ernte anno dazumal“.

Schon seit Jahren baut der Landwirt Heiner Ptakowski aus Bünte auf einer Fläche von etwa sieben Morgen Roggen an, um ihn nach althergebrachtem Verfahren zu ernten. Zunächst wird der Roggen mit dem Mähbinder gemäht. Dann wird er zum Trocknen zusammengestellt. Eine Hocke besteht dabei aus 20 Garben, wobei sechs innen und vier auf jeder Seite außen stehen. Dies ermöglicht eine optimale Trockung.

Nach einer gewissen Zeit werden die Hocken auf einem Erntewagen eingefahren. Für den Festumzug bekamen Anlieger aus Klein Bramstedt einen Wagen von Hermann Spellmann zur Verfügung gestellt, der mit einer Stellage für den Umzug und das Motto „Von der Saat bis zur Ernte“ hergerichtet worden war. Auf diesen Wagen wurden an einem Sonntag im August die Roggenhocken – so wie es früher der Fall war – mit Forken aufgeladen. Gut 20 Hocken paßten auf den Wagen – neuere Wagen können bis zu 35 Hocke aufnehmen.

„Kiek‘ mol eben to, achtern“, rief einer der Helfer vom Wagen. Von der Rückseite des Wagens aus läßt sich am besten beobachten, ob das Fuder auch gerade aufgeladen worden ist. Läßt sich der Drehschemel noch gut bewegen weiß man, daß alles seine Richtigkeit hat.

Während ein kleiner Teil der Roggenhocken von Vollerwerbslandwirt Ptakowski diesmal beim Festzug Verwendung findet, wird der Rest von ihm – nachdem die Körner herausgedroschen worden sind – als Langstroh zur Weiterverarbeitung nach Twistringen und Üssinghausen geliefert. Hier schließt sich der Kreis althergebrachter Verarbeitungsmethoden.

Das Stroh wird dort für Docken (Grundlage) für Dachpfannen weiterverarbeitet. Hierzu werden genau 53cm lange Strohstücke benötigt, die geflochten und gebunden werden. Die sogenannten Docken finden zwar nur noch recht selten Verwendung, werden jedoch in der ganzen Bundesrepublik vertrieben.


1989

Artikel in der Kreiszeitung vom 23. August 1989:

Sandra Ahlers
Verena Ahlers

Kindheit auf dem Bauernhof

Nachsitzen gibt es noch, aber keine Prügelstrafe / Sandra und Verena erzählen

Bünte. Die „gute alte Zeit“ – wie gut sie auch immer war – ist vorbei. Sandra (11) und Verena (9) Ahlers wachsen heute auf einem Bauernhof in Bünte auf. Wenn sie von ihrem Alltag berichten, so sieht man, daß der elterliche Betrieb recht wenig Einfluß auf ihr Leben nimmt.

Wie die meisten Kinder waren auch sie im Bramstedter Kindergarten, bevor sie hier in die Grundschule kamen.. Der Unterrichtsstil hat sich in den vergangenen 60 Jahren ganz erheblich gewandelt. Schläge und andere entwürdigende Strafen sind zum Glück undenkbar geworden. Sandra erinnert sich amüsiert daran, wie sie „Schule von früher“ im Deutschunterricht gespielt hätten. Als einige Kinder „Ecke stehen“ mußten, verfiel die ganze Klasse – einschließlich der Lehrerin – in helles Gelächter, so absurd kam ihnen diese Strafe vor. Nur „Nachsitzen“ gibt es noch, weiß Verena zu berichten, das Delikt, das ihr diese Strafe eingebracht hat, verschweigt sie allerdings.

Die Sprachprobleme, wie sie in der vergangenen Generation an der Tagesordnung gewesen waren, kennen Sandra und Verna nicht. Sie haben immer hochdeutsch gesprochen, mit Platt können sie gar nichts mehr anfangen, „Ein bißchen verstehen“ könnten sie es „aber nicht alles“.

Den langen Schulweg von zweieinhalb Kilometern legen die beiden im Sommer mit dem Fahrrad zurück. Sie fahren dann über die Felder, um die gefährliche Straße von Bünte nach Bramstedt zu umgehen. Im Winter allerdings wird die Mutter als Chauffeuse eingesetzt. Das ist eine Aufgabe, die sie sehr häufig zu erledigen hat, denn viele Spielkameraden wohnen so weit weg, daß die Kinder auf Autos angewiesen sind.

In ihrer Freizeit machen Verena und Sandra Musik (Flöte und Akkordeon), puzzeln, spielen „Kuhhandel“ und andere Gesellschaftsspiele – und ein bißchen Fernsehen dürfen sie auch (bei Oma und Opa auch abends – aber nicht weitersagen).

Was macht denn noch ihr Leben als Bauernkinder aus? Manchmal helfen sie beim Füttern oder Melken, allerdings nur, wenn sie auch Lust dazu haben. Sie lieben ihr Leben auf dem Land, Hochhäuser und Benzingestank finden sie ‚doof‘. Hier haben sie Tiere und Platz zum Spielen und Toben. Sie möchten nie in eine Großstadt ziehen, am liebsten würden sie immer in Bünte wohnen. Auf die Frage, ob sie denn auch Bäuerinnen werden möchten, schütteln beide lachend den Kopf. Morgens und abends melken und füttern – und das sieben Mal die Woche – immer früh aufstehen müssen – so viel Arbeit haben – nein danke . das wollen sie nicht.

Verena möchte, wenn sie groß ist, Kindergärtnerin werden, Sandra Polizistin oder Floristin. Auf jeden Fall wünschen sich beide Mädchen Berufe, bei denen sie mehr mit Menschen zusammen sind, denn das fehlt ihnen auf dem Bauernhof. Aber als Kinder hier zu leben – da sind sich beide einig – ist so schön, daß sie sich gar nichts besseres vorstellen können.


1989

Bild in der Regionalen Rundschau vom 13. September 1989

Ein Ochse vor dem Heuwagen war vor noch gar nicht allzu langer Zeit ein vertrautes Bild. Diesem Ochsen kam das sicher ein wenig seltsam vor, aber er trottete brav durch Bramstedts Straßen.


2016

Stand 2016.

Hofstelle
Bünte Nr. 1 Bartels-Homfeld
Bünte Nr. 2 Brüning
Bünte Nr. 3 Andreas
Bünte Nr. 4 Bergmann
Bünte Nr. 5 Buschmann
Bünte Nr. 6 Warnecke
Bünte Nr. 7 Ramke
Bünte Nr. 8 Blumhoff
Bünte Nr. 9 Ptakowski
Bünte Nr. 10 Stütelberg
Bünte Nr. 11 Ahlers

 

Quellen: Diverse Hof und Abgabenlisten für das Dorf Bünte, „De van Bramstede und ihre Betglocke“ (Frithjof Bestmann), „Bramstedt – Die Geschichte eines Dorfes“