Das-Buschmannsche-Bauerngeschlecht-Eiche

Das Buschmannsche Bauerngeschlecht

Das Buschmannsche Bauerngeschlecht gehört zu den ältesten Niedersachsens. Die erste Erwähnung des auch jetzt noch „im Gebiet der alten Grafschaft Hoya weitverzweigten Geschlechtes finden wir im Abgabenregister des Erzbistums Bremen vom Jahre 1420. Von den 7 Bauern des Dorfes Brinkum, damals „Brinckem“, werden drei Buskeman’s genannt, die zweifelsohne als die Vorfahren der jetzigen Buschmanns zu betrachten sind. Wenn auch die beiden letzten grausamen Kriege manche Lücken gerissen haben, so steht der alte Stamm doch noch kräftig da. Das Geschlecht hat die für Deutschland so verheerende Wirkungen des Dreißigjährigen Krieges und der Weltkriege überstanden hat.

Und wir können getrost sagen:

„Solange noch die Eichen wachsen um jeden Hof und jedes Haus,
So lange stirbt in Niedersachsen die alte Stammesart nicht aus.“

 

Die Geschichte der alten Bauernfamilien läßt sich schwer von der Ortsgeschichte trennen. Und so wollen auch wir einen kurzen Rückblick halten auf die Geschichte Brinkums. Das Dorf Brinkum, das bei Bremen am Marschenrand des linken Weserufers liegt, ist eine uralte Siedlung, die schon vor unserer Zeitrechnung bestanden hat. Die ausgedehnten Urnenfunde innerhalb und in unmittelbarer Nähe des Dorfes geben Zeugnis davon. Erwähnt wird der Ort zuerst in einer Urkunde Heinrichs IV. vom Jahre 1062, durch die er dem Freunde seines Vaters und seinem Berater, dem Erzbischof Adalbert von Bremen, oder der Bremer Kirche das „Brincimibrok“ zur Urbarmachung schenkt. Diese Urkunde wird ergänzt durch eine zweite vom 16. März 1158, durch die der Kaiser. Friedrich I., Barbarossa, den Holländern die Ansiedlung im Gebiet des Weyher-Huchtinger- und Brinkumer Bruches, das von ihnen entwässert und urbar gemacht worden war, gestattet. Durch diese Urbarmachung wurde das fruchtbare, ertragreiche Marschenland geschaffen.

Aus von Hodenhergs Geschichtsquellen des Bremer Archivs wird aus dem Jahre 1384 folgendes berichtet:

 „In Brinkum sind 10 Landstellen. Die eine bebauet Heyno Hughe, die zweite Wulfard, welche einst bebauet hat Syfriedus, beide in 18 Stücke zerfallen. Die dritte hat Reyneke übernommen von Vulneke. Die vierte bebauet Lang Henneke und Rempeke zugleich, wie sie einst Vulneke bebauet hat, jetzt zerfallen sie in 18 Einzelstücke: Die fünfte und sechste bebauet Johann Wulfard und liegt in einer Fläche. Die siebte bebauet Ludeke Rodebrok, welche einst bebauet hat Lüder Danece, sie zerfällt in 10 Teilstücke. Die achte hat bebauet Johann Stoltenowe, welche einst bebauet hat Hinrieb von Sture, in 9 Einzelstücke zerfallend. Die neunte Johann Dykman, zerfällt in 10 Einzelstücke. Die zehnte Nicolaus Dykman, der die Frau des Bruders geheiratet hat. Dieselbe zerfällt in 10 Einzelstücke.“

 

Um die vierzehnte Jahrhundertwende muß eine erhebliche politische Umwälzung in. Brinkum stattgefunden haben. Denn nur so ist es zu erklären, daß die nächste noch vorhandene Liste der Brinkumer Höfe vom Jahre 1420 nicht einen einzigen der vorgenannten Namen zeigt, sondern sie erwähnt für die nur noch 7 Höfe folgende Namen:

Hof  1. Hinrich Logeman
2. Ludeke Logeman
3. Albert Buskeman
4. Evert Buskeman
5. Hinrich Moneke
6. Hinrich Buskeman
7. Carsten Rullinghusen

Es ist nicht ausgeschlossen, daß die drei gegen die erste Liste fehlenden Höfe zu einem größeren Meierhof zusammengeschlossen worden sind, der dann im Besitz des Erzbischofs bzw. der Kirche blieb. Vermutlich waren die in der ersten Liste genannten Bauern die Nachfahren der Holländischen Friesen, denen das von ihnen urbar gemachte Land zu billigem Zins überlassen worden war. Nun zeigte sich aber, daß dieses Land sehr ertragreich war und höhere Abgaben ertragen konnte, die dann auch – ohne Rücksicht auf bestehende Abmachungen – beschlossen und eingeführt wurden. Der damals herrschende Erzbischof Johan Slamstorp genoß nicht den besten Ruf; ihm werden Hinterhältigkeit und Mißachtung von Verträgen nachgesagt. Die Bremer Kirchenfürsten waren vielfach in Geldnot. Die Verpfändung ihrer Schlösser, z. B. Thedinghausen, gaben Zeugnis davon, und nach neuen Geldquellen wurde gierig gesucht.

Gegen diese Abgabenerhöhung werden sich die Bauern aufgebäumt haben, auf ihr verbrieftes Recht pochend. Aber was konnten diese Bauern machen gegen die Macht des Bremer Erzbischofs und gegen die Kirche. Wer die Macht hat, hat das Recht! Und kraft dieses Rechtes wurden die Bauern, die sich nicht fügten, vertrieben oder erschlagen. Der „Stedinger Freiheitskampf“, der 150 Jahre früher stattfand, hatte dieselbe Ursache. Jedenfalls war um die 14. Jahrhundertwende eine sehr unruhige, kriegerische Zeit.

Es fanden heftige Kämpfe statt zwischen Bremen und und den friesischen Bauern der Unterweser. So wurden 1418  die beiden friesischen Häuptlingssöhne Dedo und Gerolt Lübben, die versucht hatten, die von den Bremern errichtete „Vredenborch“ in Butjadingen zu erstürmen, dabei gefangengenommen und in Bremen enthauptet. Der Marschendichter Herman Allmers hat dieses in seiner Ballade „Dedo und Gerolt“ in ergreifender Weise geschildert.

Das durch die Urbarmachung der Bruchländereien in gewisser Weise neu entstandene Dorf Brinkum wird ein Reihendorf gewesen sein, das sich bogenförmig am Marschenrand entlang zog. In der Mitte dieses Bogens liegt auch heute noch auf einer Wurt die Kirche, die zur Zeit der Niederschrift dieses Buches nur noch als Ruine vorhanden ist, da sie im Frühjahr 1945 durch Kriegshandlung zerstört wurde. Das gleiche Schicksal erlitt ein großer Teil des Dorfes. Der Kirche und dem Pfarrhof gegenüber liegt oder lag der „Bussenhof“, der Stammhof des Buschmann’schen Bauerngeschlechtes.

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